Tod des Freien Internets?

Ich muss gestehen, dass ich mal wieder sehr große Teile des Tumults um „Artikel 13“ und „Uploadfilter“ nicht verstehen kann.

Wenn ich es richtig verstehe, soll durch die Urheberrechtsreform der EU das geistige Eigentum besser geschützt werden. Dafür werden die Betreiber der Upload-Plattformen in die Verantwortung genommen, was nur logisch und richtig ist.

Nun ist bei der Größe der Plattformen die Einhaltung der Regeln wohl nur durch Automatiken möglich, sogenannte „Uploadfilter“.

Und da laufen jetzt alle Sturm, weil ja die Gefahr besteht, dass jemand Anderes mein Werk bereits hochgeladen hat und der Filter meinen Upload nun ablehnt.
Ja und? Dann wird es doch sicher Wege geben, das ganz schnell zu klären?!

Und weil – seien wir ehrlich – man nicht mehr jedes „Meme“ zum x-ten Male irgendwo hochladen und verbreiten kann? Da verstehe ich das Problem erst recht nicht.
Es sind fremde Inhalte, die hier verändert und verbreitet werden.
Punkt.

 

Ach … und das „Freie Internet“ sei in Gefahr, weil man sich nun für jeden Textschnipsel einer Pressemitteilung eine Lizenz besorgen müsse.

Na und?

Dann strengt doch Euren Grips mal ein wenig an und schafft eigene Inhalte!

Wenn Ihr eine Website betreibt und es Euch zu viel Arbeit ist, eine Information mit eigenen Worten wiederzugeben (so habe ich es damals bei meiner Football-Website gemacht) oder Euch die Rechte zur Nutzung eines Textes zu holen, dann dürft Ihr eben keine solche Website betreiben!

 

Wenn Ihr ein lustiges Bildchen irgendwo hochladen wollt und es nicht von Euch stammt – dann lasst es einfach! Es ist ohnehin verboten!

Ich kann doch nicht auf die Bewahrung eines „Freien Internet“ beharren, wenn es nur aus einem angenommen Gewohnheitsrecht auf Raub und Kopie besteht?!

Schützt Geistiges Eigentum und schafft eigenen Inhalte.
Wenn Euer „Freies Internet“ dann nicht bestehen kann – dann schaltet es halt ab!

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6 Antworten auf Tod des Freien Internets?

  • Ich bin ganz deiner Meinung, dass dieses Copy and Paste abgeschafft werden sollte und der Betreiber einer Webseite seine Inhalte so präsentiert, dass diese nicht kopierbar sind. Mittlerweile hat jede seriöse Seite, die auf derartige Werbung Wert legt, eine Unterseite, auf der Bild- und Textinhalte für Presse- bzw. Werbezwecke zum Download zur Verfügung stehen. Entweder man bedient sich legaler Mittel oder man fragt den Betreiber einfach, ob man eine Kopie haben kann. Wem das zu viel Aufwand ist, der soll es doch bitte bleiben lassen! Ob damit das „Freie Internet“ übersichtlicher wird? Ich wage es zu bezweifeln, es sind nur wieder ein paar hirnverbrannte Affen unterwegs, die glauben Alles und Jedes einklagen zu müssen, weil sie zu dämlich waren, für den eigenen Schutz zu sorgen. Für mich wird sich jedenfalls nichts ändern und ich habe vor keinem Paragraphen Angst.

    • Hm … dass die Präsentation eine Unkopierbarkeit beeinhalten sollte, sehe ich aber maximal für unsere Fotoplattformen so.

      Ich finde es schon gut und richtig, dass die Betreiber der Web-Präsenzen in der Verantwortung sind.

      • Ich bin nicht ganz deiner Meinung, denn ich habe im Internet auch kommerzielle Texte geschrieben und diese sind mit Kopierschutz unterlegt, aber keiner kann ja prüfen, ob da nicht einfach abgeschrieben wird. Das ist so, wie mit Doktorarbeiten, die dann von anderen Menschen einfach abgekupfert werden. Das ist in meinen Augen eine echte Urheberverletzung und müsste gestraft werden. Ähnliches gilt für YouTube-Videos, die auf Veranstaltungen trotz Hinweis des Veranstalters erstellt werden. Wir können alles technisch schützen, aber wer hindert jemanden daran, mit dem Handy einen Monitor abzufilmen etc. Das sind dann Straftaten, aber wenn jemand ein Video von seinem Hasen ins Netz stellt und eine Million Klicks kassiert und dazu Werbeeinnahmen lukriert, der soll bloss nicht über Copyright oder so quatschen.

        • Selbstverständlich hast Du recht – für Texte ist der Schutz natürlich auch ein wichtiges Thema.

          Ich bin mir nicht sicher, inwiefern der Schutz auf der Original-Seite überhaupt möglich ist – denn schließlich ist alles, was dort angezeigt wird, automatisch auch auf Deiner Festplatte.

          Ich sehe daher durchaus eben diese großen Plattformen in der Pflicht, auf die jeder Hans und Franz irgendwelchen Kram hochladen kann – diese verdienen nicht gerade wenig Geld mit diesem Modell, und daher sind sie es, die das Werk Anderer vor Mißbrauch schützen müssen.

          Da sind wir uns sicherlich einig.

          Ich habe in den Diskussionen eben irgendwo auch von Betreibern von Newsportalen gelesen, die herumjammern, dass sie sich für jeden Text jetzt eine Genehmigung holen müssen.

          Und über diese Entrüstung schwillt mir dann eben schon wieder der Kamm.

          Als ich seinerzeit eine Football-Seite betrieben habe, war es mir ein wichtiger Grundsatz, die in aller Netzwelt gefundenen oder später auch der Pressemitteilung an mich gesandten Informationen nicht einfach per Copy & Paste auf meine Website zu stellen, sondern sie zu lesen und die Inhalte mit eigenen Worten wiederzugeben – oftmals ergänzt durch anderweitig zusammengetragene Daten.

          Da steckte schon durchaus eigenen Web-Recherche dahinter.

          Heute wollen sie alles abschreiben dürfen und erklären das zu einem Grundwesenszug des „Freien Internet“.

          Und wenn dieses „Freie Internet“ auf einer Selbstbedienungsmentalität basieren soll … dann sollen sie es abschalten.

          • Gerlinde hat mir gestern ganz aufgeregt die Entrüstungsaufschreie der FC vorgelesen. Hier wird ganz einfach nur Panikmache betrieben und das auf dem Rücken der User. Ich bin ja nun wirklich schon ein alter Plattformhase und ich kann mich noch sehr gut an Zeiten erinnern, in denen von Betreibern jedes Statement und jeder Beitrag geprüft wurde und es dauerte dann eben mal einen Tag, bis etwas online war. Das würde mich auch bei Fotos nicht stören. Wer bedeuert, dass er 5000 Fotos täglich nicht redaktionell betreuen kann, der hat in meinen Augen nur Kohle im Sinn, denn Forenwächter und Co. waren auch früher gang und gäbe. Man muss nicht jeden technischen Kram umsetzen, man kann auch mal Drecksarbeit machen … oder soll zusperren, damit die Konkurrenz was zu lachen hat.

            • Ja, mein Reden!

              Die Bürger dieses „Freien Internets“ lassen sich allesamt von großen Plattformen instrumentalisieren, die hübsch einfach mit Inhalten Geld verdienen, welche sie weder selber hergestellt haben noch deren Rechte sie oder ihre Uploader haben.

              Und auch da bin ich genau bei Dir: Dann DAUERT es eben mal einen Tag oder zwei, bis mein Upload freigeschaltet ist.

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