Regen

Urlaubstagesabläufe

Gestern war so ein Urlaubstag, an dem ich im früher im Hotel Campingski sowohl den humoristischen Audiodateien vom Laptop (auf dem ich gleichzeitig Tetris spiele) als auch dem durch das geöffnete Wohnwagenfenster vernehmbaren Regen lauschen würde, während ich die Anstands-Startzeit für den Genuss von Destillaten schottischer Herkunft deutlich nach vorne verschiebe.

Jetzt, in der nach-Hotel Campingski-Ära, lauschte ich am PC Tetris spielend humoristischen Audiodateien sowie dem durch das geöffnete Fenster vernehmbaren Regen.

Fehlte eigentlich nur der frühe Schritt an die Hausbar.

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Unkaufbar

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Wir hatten jetzt bestimmt vier Wochen lang keinen richtigen Regen (ein Unwetter am Vatertag mit gefühlten 50 Litern per Quadratmeter innerhalb von zwei Minuten mal ausgenommen) und dafür tropische Temperaturen, zuletzt mit richtiger „Waschküchenluft“.

Heute morgen auf der glasüberdachten Terrasse bei angenehmen 19° Celsius zu frühstücken und dabei dem konstanten, leichten Landregen zu lauschen – das ist Seelenwellness, die Du Dir nicht kaufen kannst.

Ich würde sogar soweit gehen, den Wellness-Faktor dieses Erlebnisses noch über den im Wohnwagen bei einem guten Buch erlebten Regentag einzustufen.

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Kein Entrinnen

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Dass das Leben dich auch während deines Urlaubs nicht aus den Augen verliert, merkst du zum Beispiel daran, dass der Regen genau mit deinem Eintreffen an der Fliesenhalle (Camperdeutsch für das Wasch- und Toilettenhaus) aufhört  – was übrigens zeitlich perfekt mit dem Erreichen der maximalen Saugfähigkeit deiner Oberbekleidung zusammenfällt.

Überhaupt verlierebn Regentropfen auf Zelt- oder Wohnwagendach rapide an Romantik und Seelenwellness, wenn du dieses Obdach aus Gründen mal verlassen musst.

Ach, und falls du noch Bestätigung dafür brauchtest, dass es vor dem einfach Leben kein Entrinnen gibt …

… setzte der Regen genau in dem Moment wieder ein, als du mit den rituellen Handlungen an dir selber fertig warst und die Fliesenhalle wieder in Richtung deiner Parzelle verlassen hast …

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Campingurlaubsauftakt

Irgendwie scheint es mir, als sei es über die letzten Jahre hinweg in jedem meiner Aufenthalte im altehrwürdigen Hotel Campingski das Gleiche: Regen, danach Regen, danach etwas kräftigerer Regen, und dann wieder Regen.

Der Gang von der gemieteten Parzelle zum Fliesenhaus (dufte neue Wortkreation von mir, nä?) bringt einem unweigerlich bis mindestens zu den Knöcheln hin nasse Füsse, und wenn die Pausen zwischen den Schauern nicht bald an Länge zulegen, werde ich nicht umhin kommen, mein Kfz in höher gelegenes Terrain zu bringen.

Der Fernseher bleibt schwarz, weil die Wolken offensichtlich zu dick und/oder zu „geladen“ sind, um das Satellitensignal durchdringen zu lassen.

Glücklicherweise habe ich fein etwas zu lesen mit, nämlich einige weitere Teile von George R.R. Martins „Lied von Eis und Feuer“, aus dem ich schon im letzte Urlaub einige Bände verschlungen habe.

Dummerweise habe ich mir dieses Jahr wieder ein 30-Tage-Ticket für das auf dem Campingplatz verfügbare WLAN zugelegt, so dass ich denn doch weniger zum Lesen komme, als ich gerne würde … Tablet und Laptop sind denn doch zu verlockend,.

Aber herrlich müde macht dieses pulsierende Prasseln der Tropfen auf dem Wohnwagendach … da kann man so schön Dösen und Schlafen – und muss sich angesichts des Wetters nicht einmal schämen, dass man den „Dieses Jahr mache ich aber wirklich jeden Tag ein Foto!“-Plan bereits am ersten Tag schon wieder über Bord geworden hat.

Nun, zum Wochenende soll es besser werden, und mit Chance ist der Platz bis dahin noch nicht zu einem Hausboothafen geworden.

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