Nachrichten

und dann war da noch …

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… der Moment, als du routinemäßig auf der Website des Regionalsenders deines geringsten Misstrauens vorbeigeklickt hast und dich gefragt hast, wer in aller Welt eine solche Schlagzeile wohl absegnen mag.

Und wie viele Gläser Wein es zu diesem Zeitpunkt bereits auf der Redaktionskonferenz wohl bereits gegeben haben mag.

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aus meinem Kopf

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In der fest zu meinem Tageszyklus gehörenden Vorabend-Talksendung war gestern ein (zwar mir nicht, doch offensichtlich trotzdem sehr) bekannter Nachrichten-Mann des ZDF zu Gast.

In einer der fest zu dieser Sendung zählenden Aktion, die mal mehr, mal weniger originell ist, wurde der Studiogast zum Bier-Zapfen hinter den Tresen einer Kneipenkulisse verfrachtet – weil er dort in einer zeitgleich mit der Moderatorin verbrachten Phase in Berlin oft gearbeitet hat.

Als er dann zum Abschluss der Sendung resümierte, dass er zum ersten Mal vor laufender Kamera Bier getrunken hatte, sprang dann plötzlich mein Kopfkino an.

Vor meinem geistigen Auge sah ich die typische Fernseh-Nachrichten-Situation mit dem hinter einem Tisch und vor einer eingeblendeten Weltkarten sitzenden Herrn.
Vor ihm ein Stapel beschrifteten Papiers, schräge daneben das Mikrofon.
Damit aber nicht genug, denn der Kasper in meinem Kopf sah als weitere Requisite eine Flasche Korn nebst dazugehörigem Glas vor.

Und so bekommt der Nachrichtensprecher in meinem Kopf-Film dann plötzlich einen Zettel aus dem Off zugereicht.
Überfliegt diesen kurz.
Runzelt die Stirn.
Bläht beide Wangen auf.

Und greift „Puh!“ sagend zu der Flasche Korn, um sich erst einmal einen Schluck zu genehmigen, bevor er zum Verlesen der neuen Nachricht ansetzt.

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böser Blitzgedanke

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„Messerstecher in Hamburger Supermarkt“ lautete die Schlagzeile, die aus einer der vielen Neuigkeiten-Apps in den Bereich meiner Aufmerksamkeit vordrang.

Und ich sach‘ noch: Macht eine zweite Kasse auf!

schoss mir dazu sofort durch den Kopf.

Nicht nur vor dem Hintergrund des Todesopfers ist es natürlich eigentlich unangebracht, mit schwarzem oder überhaupt irgendeinem Humor auf solche Nachrichten zu reagieren.

Eigentlich.

Für mich ist es eine Art Sicherheitsventil, um vor der Flut der vielen schlimmen Nachrichten, die uns täglich in immer größerer Intensität erreichen, nicht kopf- und seelenkrank zu werden.

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Die Definition von Wichtig

Da – noch so ein Indiz dafür, dass ich entweder in der falschen Anstalt eingesperrt bin oder doch (wie ich ja schon länger vermute) zur Strafe von (m)einem hochintelligenten ausserirdischen Volk auf diesen Planeten verbannt worden bin: Eine der Nachrichten-Apps auf meinem Smartphone hat mir eben eine sogenannte Push-Mitteilung geschickt, weil in der Schach-Weltmeisterschaft irgendetwas passiert ist.

Ich persönlich wundere mich ja immer wieder, dass Schach in sämtlichen Nachrichtenquellen tatsächlich unter „Sport“ einsortiert ist, kann das aber meinetwegen noch akzeptieren.

Aber eine „Breaking News“?
Dann sind wir offensichtlich nicht mehr lange von der Sondersendung („Brennpunkt“ heisst das, glaube ich?) über den vielzitierten Sack Reis entfernt.

Vielleicht bin ich in der Definition von „Wichtig und Unwichtig“ auch einfach nur zu egoistisch.