Menschen

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Menschen, ey.

Es ist 6.45 Uhr und wider besseren Wissens versuche ich mich beim Bäcker im Umgang mit Menschen, indem ich einer der beiden Bäckereifachverkäuferinnen ein „Oh. Heute zu zweit?“ entgegenflöte.

Als würde mich eine hungrige Bärin ankurren: „WIR SIND IMMER ZU ZWEIT AB ACHT UHR“.

Ja, danke, halt die Fresse, gib‘ mir mein Brötchen und geh‘ Sterben.

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Morgenmenschen

Ich betrete den Verkaufsraum der Bäckerei unseres geringsten Misstrauens, als gerade ein Verkaufsgespräch läuft.

Kundin: „Wie viele habe ich jetzt?“

Bäckereifachverkäuferin: „Das sind sechs Stück“.

Kundin: [verarbeitet die Information, dabei zucken die Augenlider]

Kundin: „Dann hätte ich gerne noch ein Mohn und zwei Sesam“.

Bäckereifachverkäuferin: [packt die genannten Waren in die Tüte]

Kundin: „Wie viele habe ich jetzt“?

Bäckereifachverkäuferin:“ Das sind jetzt neun Stück“

Kundin, erschrocken rufend: „Huch, das ist ja eines zuviel!“

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Andererseits

Wenn man so auf Instagram, Facebook und ähnlichen Zeitvernichtungsangeboten sieht, wie viele Menschen sich in eine Nasszelle stellen, um dort das Blitzlicht ihres Smartphones zu fotografieren, muss man die Intelligenz als solches wohl eher zu den unbestätigten Vorurteilen über unsere Art zählen und sich ernsthaft fragen, ob die Anstrengungen zur Rettung der Welt die Mühe wirklich wert sind.

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rein lynchmäßig überfordert

Seien wir ehrlich: Mal abgesehen davon, dass Handgreiflichkeit absolut nicht mein Ding ist, wäre ich schon auf den knapp fünfzehn Kilometern Heimweg von der Firma nach Hause komplett ausgelastet, wenn ich jeder und jedem eines auf die Fresse hauen würde, die/der dieses verdient.

Heute zum Beispiel rollen mein Auto und ich zum ersten Mal seit ich-weiss-nicht-wievielen Wochen auf den komplett leeren Linksabbieger zu. Die Ampel ist grün, und ich sehe mich schon mit Zieleinlauf-Jubeln auf den Lippen abbiegen – da tapert eine kleine Oma von rechts über die Straße.

Meine Berechnungen sagen, dass sie Weiterlesen

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