Kinder

Der Michel liebt seine Traditionen

Na siehste, da war doch schon der nächste Aufreger: Eine Kindertagesstätte in Hamburg hat anlässlich der Faschingsfeiern an die Eltern der lieben Kleinen geschrieben und darum gebeten, von Verkleidungen wie Indianer, Chinese oder Scheich abzusehen, weil diese Klischees und Stereotypen fördern.

Schon mit Erscheinen des ersten Artikels darüber konnte man von Fünf ´runter zählen bis zum Shitstorm – und musste sich dabei ganz schön beeilen, um noch die Eins vor dem ersten Pöbel-Posting aussprechen zu können.

Es seien doch nur Kinder, und was denn diese Regulierungswut solle, und ob es keine wichtigeren Probleme gäbe … und, und und. Der Empörbürger war sofort wieder mitten bei seiner liebsten Gymnastik-Übung: Sich zu überschlagen.

Und ja, auch ich habe erst einmal die Augen verdrehen und mich fragen müssen, ob man da nicht ein wenig über das Ziel hinaus schießen würde.

Aber nachdem ich das Thema ein wenig wirken lassen habe,  bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es sich hier ungefähr wie mit dem „Negerkuss“ verhält: Der deutsche Michel findet nämlich gar nichts Schlimmes dabei, diesen Begriff für den Schokoschaumkuss zu verwenden. Das hat er nämlich schon immer so gemacht und das sei doch gar nicht schlimm gemeint.

Ja, das mag sein. Was Du meinst, lieber Michel, interessiert hier aber nicht!

Der Mitbürger mit dunklem Teint nämlich fühlt sich davon durchaus herabgesetzt.
„Was meinst Du, wie es sich im Kindergarten angefühlt hat, als die Betreuer kamen und fröhlich riefen ‚Jetzt gibt es Negerküsse für alle‘?“, fragte mich in einer Diskussion zu diesem Thema mal ein guter Bekannter aus der Football-Welt, dessen Eltern afrikanische Wurzeln haben.

Ob wir es wahr haben wollen oder nicht: Es verletzt, wenn wir vom „Negerkuss“ sprechen.
Und es verletzt, wenn wir den Indianer mit grimmiger Kriegsbemalung und Tomahawk schminken. Den Chinesen mit Schlitzaugen und Essstäbchen. Den Scheich mit Bettlaken.

Dass wir alle dies ohne tieferes Nachdenken gar nicht merken – DAS ist das eigentliche Problem an der Sache.

Und das sitzt tief.

Warum also sollten wir nicht darauf achten, unseren Kindern keine Stereotypen einzuimpfen? Genau das wäre doch ein erster, aber sehr wichtiger Schritt.

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aus meinem (Er)Leben

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Der Vater, der gestern Abend bei Feinkost Albrecht an der Kasse mit seinem Stammhalter (Ich wollte erst „Halmhalter“ schreiben) ruhig, sanft und sachlich argumentiert, warum es vielleicht doch ganz lieb von ihm (dem Sohn) wäre, vom Laufband wieder herunterzukommen, leistete keine sonderlich gute Überzeugungsarbeit.

Aber der Sohn gab eine echt prima Sirene ab.

Ich habe umstehende Miteinkäufer gefragt, wieso der Bengel da überhaupt ´drauf steht, aber das hat den Auskünften nach niemand mitbekommen.

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Brauchen wir Knecht Ruprecht noch?

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Eigentlich könnte mir die Antwort auf diese Frage relativ wurscht sein.

Nun aber hat sich eine Politikerin von den „Grünen“ zu Wort gemeldet und die Welt wissen lassen, dass ihrer Ansicht nach die Figur des „Knecht Ruprecht“ nicht mehr in unser Weltbild passe.

Kindern sollte man grundsätzlich nie drohen. Darunter fällt auch die Drohung mit Knecht Ruprecht (Wenn du nicht artig warst …), die man nicht aussprechen sollte.

So wird Frau Josefine Paul zitiert.

Ich sehe das wieder einmal ganz anders und bin überzeugt davon, dass Kinder, denen in der Erziehung das Wissen von und über Konsequenzen vorenthalten wird, später gelangweilt herumlaufen und beispielsweise Steine von der Autobahnbrücke schmeissen.

Natürlich habe ich das auch unter der entsprechenden Meldung der „tagesschau“-Seite bei facebook gepostet und mir damit einen herrlichen Shitstorm (aber auch mindestens genauso viele „Likes“ wie Beschimpfungen) eingehandelt.

Da hat es auch nichts genutzt, dass ich im gleichen Atemzug klargestellt habe, mit dieser Ansicht keinesfalls etwa die Prügelstrafe befürworten zu wollen – aber Empörbürger kennen eben nur Schwarz und Weiß und nichts dazwischen.

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aufgeschnappt

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Anders als zuletzt, gibt es die im letzten Monat gefundenen und für (be)merkenswert befundenen Zitate heute einmal in geballter Form, statt wie sonst in einzelne Tages-Häppchen aufgeteilt:

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Der Schlaf ist doch die köstlichste Erfindung.

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(Heinrich Heine)

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Zerstreutheit ist ein Zeichen von Güte und Klugheit.
Dumme und boshafte Menschen sind immer geistesgegenwärtig.

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(Abraham Lincoln)

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Ein aufrichtiges Donnerweiter
ist besser als ein falsches Vaterunser.

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(deutsches Sprichwort)

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Jede kleine Ehrlichkeit ist besser als eine große Lüge.

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(Leonardo da Vinci)

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Kinder wollen nicht wie Fässer gefüllt,
sondern wie Leuchten entzündet werden.

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(Francois Rabelais)

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Anstatt immer nur das Beste geben zu wollen,
sollten wir lieber einmal etwas Gutes tun.

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(Thornton Niven Wilder)

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Wer die Dummköpfe gegen sich hat,
verdient Vertrauen.

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(Jean Paul Sartre)

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Borg dir Probleme, wenn es dich danach drängt,
aber leihe sie nicht deinen Mitmenschen.

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(Joseph Rudyard Kipling)

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Nicht alle Menschen auf der Rennbahn sind Gauner.
Aber alle Gauner sind auf der Rennbahn.

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(Winston Churchill)

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Ein Kritiker ist ein Mann, der sehr böse wird,
wenn dem Publikum etwas gefällt, was er nicht mag.

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(Erich W. Segal)

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Der Weg zum Reichtum liegt hauptsächlich in zwei Wörtern:
Arbeit und Sparsamkeit.

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(Benjamin Franklin)

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Wenn wir wahren Frieden in der Welt erlangen wollen,
müssen wir bei den Kindern anfangen.

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(Mahatma Gandhi)

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Nicht den Tod sollte man fürchten,
sondern dass man nie beginnen wird, zu leben.

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(Marcus Aurelius)

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Je älter ich werde, desto absurder kommt mir das Leben vor,
und diese Absurditäten lassen sich nur mit Humor ertragen.

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(William Golding)

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Man kann Dummheit sorgfältig durch
Erziehung zu Vorurteilen herbeiführen.

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(Alexander Mitscherlich)

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Mach sichtbar,
was vielleicht ohne dich nie wahrgenommen worden wäre.

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(Robert Bresson)

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