Hundehalter

Beutel-Evolution funktioniert.

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Nach kurzer der Beschaffung von Barmitteln dienenden Fahrt durch die Gemeinde stelle ich fest: Die Entscheidung, überall kostenlose Hundekotbeutelspender aufzustellen und die Dichte öffentlicher Abfalleimer zu erhöhen, greift.

Wo früher dampfende Hundehaufen auf den Straßen und Gehwegen gelegen haben …

… liegen jetzt dampfende kleine Beutelchen.

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Zu und zu komisch der Gassigeher, der sich kaum zwanzig Meter entfernt von einem dieser mitten auf einer Kreuzung abgelegten Beutelchen befand und erstaunliche Verrenkungen unternahm, um dem langsam vorbeifahrenden Verkehr aus Richtung eben jener Kreuzung nicht sein Gesicht zu zeigen.

Eine Art Restgewissen ist also scheinbar noch vorhanden.

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Wieder mal sprachlos …

Kann man natürlich so machen:

Bei der Abreise nach dem Urlaub mit dem Wohnmobil noch direkt auf dem Campingplatz kurz anhalten und die Tütchen mit Fifis gesammelten Werken aus dem ganzen Urlaub mitten auf den Weg werfen.

Direkt vor dem Kinderspielplatz.

Außerirdische?

Bitte löscht uns aus.

Jetzt.

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Alle Jahre wieder …

… prallen zum Jahresende zwei Welten aufeinander.

Nämlich wenn jene, denen es 364 Tage im Jahr so ziemlich egal ist, wo Fifi hin kackt, sich über jene empören, denen es einen Abend und eine Nacht im Jahr so ziemlich egal ist, wie Fifi den Abend und die Nacht erlebt.

Es geht auf Silvester zu, und so sicher wie die Papierfluten vom Einzelhandel mit Werbung für Feuerwerk sind die Aufrufe der Haustierbesitzer, doch gefälligst auf das Böllern zu verzichten.

Eines vorweg: Ich böllere (seit langem) nicht (mehr), und ich besitze auch kein Haustier.
Und natürlich ist mein Satz über den kackenden Fifi und den gleichgültigen Böllerer eine bewusste Übertreibung.

Aber es ist nicht von der Hand zu weisen, dass es zu dieser Jahreszeit einen ganz speziellen „Krieg“ zwischen diesen beiden Fronten gibt. Die einen nennen die anderen Idioten, während die anderen schelmisch grinsend ihr Geldverbrennen mit „Heute will ICH mal nur spielen“ ankündigen. Und als Unbeteiligter mischt man sich da lieber nicht ein – denn mindestens einer dieser Fronten ist mit Vernunft nicht beizukommen.

Naja, eigentlich beiden – aber ich bin versucht zu behaupten, dass der durchschnittliche Haustierbesitzer da etwas wirlichkeitsfremder ist als der Hobby-Feuerwerker.

Der Tierfreund vergisst nämlich zu gerne, dass er mit der Anschaffung seines Tieres auch eine grosse Verantwortung für das Wohlsein des Gefährten übernommen hat.
Und die ist nicht mit regelmässiger Fütterung und schnellem Spaziergang zum Entleeren erledigt. Nein, diese Verantwortung fordert eben auch, dass man empfindliche Tiere zu Silvester nicht dem Krach aussetzt, sondern notfalls an lärmfreie Orte reist.

Aber der Tierfreund sieht sich ja eher moralisch im Recht, wenn er alle Böller-Freunde, die seiner Forderung auf Knallverzicht nicht nachkommen, als dumm und böse bezeichnet.

Ja, das ist eine Verallgemeinerung.
Ja, natürlich gibt es Ausnahmen, die um ihre echte Verantwortung dem Tier gegenüber wissen und sich auch entsprechend verhalten, ohne von ihrem Umfeld zu verlangen, sich gefälligst nach ihnen zu richten.
Ich kenne sogar viele dieser Ausnahmen, die vernünftig sind.

Dennoch kommt man nie um verallgemeinernde Zusammenfassungen herum, wenn man über eine grössere Menge von Menschen spricht. Und „den Hundehalter“ habe ich nun einmal als uneinsichtigen Menschen kennengelernt, der sich seine eigene Regeln machen zu können glaubt, nach denen sich notfalls auch seine Mitmenschen zu richten haben, wenn sie nicht als blöde Arschlöcher gelten wollen.

Aber Achtung! Ich will mich hier nicht komplett auf die Seite der Hobbyfeuerwerker schlagen: Auch dort nämlich gibt es viele Menschen, die sich an die Regeln halten und ihr  Arsenal nur zu den erlaubten Zeiten abbrennen.
So ist gesetzlich übergreifend ein Abbrennverbot vom 2. Januar bis 30. Dezember eines jeden Jahres geregelt. Alles „Finetuning“ dieser Regeln ist interessanterweise Sache der regionalen Behörden, die die genauen Uhrzeiten des „Abbrennverbots pyrotechnischer Artikel der Klasse II mit Knallwirkung“ festlegen können.
Damit ist natürlich wieder Nährboden für gefährliches Halbwissen gegeben: Jeder hat irgendwo mal irgendetwas gehört und nimmt das für festes Gesetz an.

Hin oder her: Fakt ist, dass eigentlich überall die Halbstarken bereits spätestens am 30. Dezember böllernd durch die Strassen laufen.
Und Tatsache ist ebenfalls, dass viele dieser Kids nicht nur ab und an mal einen Knaller zünden, sondern oftmals ein grosses Arsenal an Sprengstoff mit sich führen, das es der eigenen Auffassung nach in einem sehr engen Zeitplan abzufackeln gilt.

Klipp und klar: Das sind genau solche Deppen wie die Haustierhalter, die meinen, anderen etwas vorschreiben zu können.

Ohnehin kann ich diesem Dauerfeuer-Böllern nichts abgewinnen, das unnötig viel Lärm (den man in der Silvesternacht nun aber mal hinnehmen kann) und Müll produziert (den natürlich nie vor der eigenen Haustür …), um den sich dann keine Sau mehr kümmert. Ein Feuerwerk mit vielen Licht- und Leucht-Effekten schaue ich mir sehr gerne mal an – selber aber würde ich dafür mein Geld nicht verbrennen.
Das ist in Destillaten vorwiegend schottischer Herkunft denn doch deutlich besser aufgehoben.

Glücklicherweise ist am 2. Januar dann der ganze Spuk vorbei, und spätestens eine Woche später sprechen der Hobbyfeuerwerker und der Haustierbesitzer aus der Nachbarschaft auch wieder miteinander.

Nur ich, der ich keiner der beiden Gruppierungen angehöre, mich aber mit meiner Meinung in die Diskussion einzumischen gewagt habe, bin weiterhin der Dumme …

 

 

Traumziel automobiler Hundehalter

Automobiler Hundehalter zu sein muss einfach praktisch sein!

Du kannst weg fahren aus Deiner Hood, hältst irgendwo an, lässt das Tier sich kurz auskacken (selber musst Du nicht aussteigen, Du willst die Haufen ja eh‘ nicht weg machen) und fährst dann schnell wieder heim zu „Verdachtsfälle „und „Familien im Brennpunkt“.

– Beobachtungen in der Mittagspause aus meinem Mittagspausenlesezimmer vom Firmenparkplatz aus.