D750

Wetter, gerafft

Da setze ich mich also mit meinem „Mr. Mercedes“ vor das Vorzelt, und noch bevor ich richtig in die Lektüre vertieft bin, fällt mir ein: Du wolltest doch schon lange endlich einmal die eingebaute Zeitraffer-Funktion der D750 ausprobieren?

Aufgestanden, Auto aufgesperrt, Stativ und Knipskasten samt Nikkor AF-S 24-70 herausgekramt, hastig montiert, manuell fokussiert und Belichtung eingestellt – und der Kamera gesagt, dass sie eine Stunde lang alle 3 Sekunden ein Foto machen und die Bilder dann bei 24 Bildern pro Sekunde zu einem 1920×1080 Pixel grossen Film zusammentackern soll.

Als die Aufnahmearbeiten beendet waren, war ich auch feinst durchgefroren und habe mich erst einmal wieder in den Wohnwagen zurückgezogen.

Von dem Ergebnis bin ich durchaus angetan.

Einserseits ist ja dieses doofe Gefühl dabei, schon wieder etwas weniger selber gemacht zu haben  – andererseits aber wird einem schnell klar, dass dieses „selber Machen“ eigentlich nur aus Batch-Arbeiten an den RAW-Dateien mit anschliessendem Füttern der immer öfter zickenden Freeware mit den  Dateien bestanden hat.

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Die D750 und das Blenden

Es gibt Neues in Sachen meiner Nikon D750 und des  „Streulicht-Problems“.

Ich hatte ja letzten Samstag am Nord-Ostsee-Kanal einige Fotos bei Gegenlicht gemacht und dabei eigentlich nichts feststellen können, was ich nicht erwartet hätte – vor Allem nicht dieses merkwürdige Phänomen mit dem dunklen „Balken“ am oberen Bildrand und dem heftigen Streulicht darunter.

Dennoch habe ich die Seriennummer meiner Kamera dann auf der Anfang dieser Woche von Nikon freigeschalteten Website eingegeben – und siehe da, mein Exemplar soll von diesem Exemplar betroffen sein. So wurde ich denn auch sofort zu weitergeleitet auf eine andere Website, auf der ich mir einen Paketaufkleber hätte erstellen können.

Paket? Versenden?

Nee, das wollte ich denn doch nicht.
Also habe ich bei dem Nikon Service Point aus der Nachbarschaft nachgefragt, ob diese kostenlose Prüfung und Reparatur denn nicht auch dort durchgeführt werden könne.

Kann sie.
Also habe ich das Gerät gestern einfach mal dort abgegeben.

Auch, wenn ich noch nichts von diesem Phänomen bei mir entdeckt habe, schadet es ja vielleicht doch nicht, das Gerät prüfen und gegebenenfalls korrigieren zu lassen – solange es kostenlos ist.

Hakenhintergesetzt

Gestern war es ja endlich mal wieder so weit: Die Faktoren „Wochenende“ und „gutes Wetter“ sind gleichzeitig eingetreten, und so habe ich mir meinen Knipskram geschnappt und bin mal – ganz ‚was Neues! – an den Nord-Ostsee-Kanal gefahren, um endlich meine D750 einem ersten Praxistest zu unterziehen.

Was habe ich dabei gelernt?

Erstens:
Wenn die im Radio sagen „Es ist stellenweise spiegelglatt“, dann ist es stellenweise spiegelglatt. Und es ist ein ziemlich dummes Gefühl, an einem über Kopf im Graben liegenden Fahrzeug vorbeizufahren, das noch dampft. Die Polizei war vor Ort; der Rettungswagen schon nicht mehr, also habe ich mich nicht etwa einer unterlassenen Hilfeleistung schuldig gemacht.
Jedenfalls habe ich meine ohnehin nicht hohe Geschwindigkeit danach lieber noch einmal gedrosselt.

Zweitens:
Wenn Du wegen eines etwas spezielleren Schiffs an den Kanal fährst, das für Schleusung in Brunsbüttel um 9.oo Uhr angekündigt war, bist Du spätestens gegen 11.oo Uhr (wo das Schiff eigentlich schon lange an Dir hätte vorbeigekommen sein müssen) sehr dankbar für die Möglichkeiten, die ein Smartphone und LTE-Verbindung Dir geben.
So konnte ich nämlich mittels der MarineTraffic-App beobachten, wie der Kahn sehr, sehr lange in der Schleuse lag, bevor sich dann zwei Schlepper zu ihm gesellten.  Dann mal schnell auf die Rundumschwenk-Webcam der Schleuse Brunsbüttel geschaut, wo ich dann feststellen konnte, dass „mein Motiv“ sich gerade mittels Schlepperhilfe wieder Richtung Elbe bewegte.
Auf der Marinetraffic-App konnte ich dann verfolgen, wie das Spezialschiff von den beiden Schleppern anschliessend durch die andere Schleusenkammer in den Nord-Ostsee-Kanal bugsiert und dort an den Kai des Brunsbütteler Hafens manövriert wurde (wo seinerzeit auch die havarierte „Siderfly“ lag).
Na klar, da konnten wir Eins und Eins natürlich schnell zusammenzählen – und daheim ergab die Google News-Suche für den Schiffsnamen auch schon einen Treffer: Die „Red7 Alliance“ war den Fotos zufolge mit recht grossem Schwung ins Schleusentor gekracht, das sich fortan nicht mehr öffnen liess. Auch der Maschinenraum der Schleuse soll beschädigt worden sein.

Drittens:
Alles, was einige Nikon-Cracks bei der ersten Ankündigung hinsichtlich Handling und Bedienbarkeit der D750 netzöffentlich befürchtet hatten, hat sich für mich persönlich als falscher Vorweg-Alarm herausgestellt.
Ja, die Kamera hat etwas weniger Knöpfe als beispielsweise meine D300s oder andere Geräte aus dem sogenannten „Prosumer“-Bereich.
Allerdings tut das der Bedienbarkeit nach meinem ersten Empfinden absolut keinen Abbruch. Die Knipse liegt richtig gut in der Hand, und das Arbeiten damit ist recht flüssig.

Naja, aus eigener Schuld bin ich etwas in Hektik geraten: Ich stand nämlich gleich mit zwei Geräten um den Hals am Ufer: Die D750 war mit dem neuen Nikkor 24-70/2.8 bestückt, und an der D300s steckte das Sigma 70-200/2.8.
Boah was ist das hektisch, wenn man da hin- und her wechseln muss!
D300s mit Tele für die Zeit der Anfahrt.
Wenn der Kahn dicht genug ‚dran ist, wird auf die D750 mit dem 24-70 gewechselt.
Dann schnell wieder auf die Tele-Kombination, um Details abzulichten.
Dann noch schneller wieder auf die Weitwinkel-Maschinerie, um das Schiff im Profil zu haben.
Anschliessend nochmal auf das lange Werkzeug, um andere Details zu erwischen.
Abschliessend wieder das kurze Geschütz, um noch ein nahes „Abschiedsfoto“ (also von schräge hinten) des Schiffs mitzunehmen.

Neee, was anstrengend!

Immerhin hatte ich mit den Schiffen Glück: Als ich muttifreundlich aber fotofeindlich sonnengünstig meinen Standort am nördlichen Kanalufer in Hohenhörn eingenommen hatte, konnte ich in der Weiche zwischen Hochdonn und Hohenhörn schon einige Schiffe warten sehen. Da kam gleich so einiges an Stahl vorbei, darunter zwei Verwandte aus der Norderoog-Klasse sowie ein lange schon auf dem Zettel gehabter Autotransporter aus der „(irgendein Flussname) Highway“-Familie, dessen Schwesterschiff wir später beim Snackstop (Kaffee und daheim gemachtes Brötchen mit Käse) begegneten, dicht gefolgt von einer dritten Einheit aus der Norderoog-Klasse.

Ein kleiner Dämpfer kam dann daheim: Das frisch mit Service Pack 1 upgedatete Corel PaintShop Pro X7U *luftschnapp* löscht spassigerweise aus den TIF sofort nach dem Öffnen die EXIF (ausgenommen die Inhalte der Kommentar-Zeilen).

Doof, denn jetzt muss ich bis zum Bearbeiten der Bilder auf das nächste Update warten. *fingerauftischplattetrommel*.
Hoffen wir, dass Corel da schnell reagiert.

Ich wär‘ dann so weit

So denn: Der zugekaufte an- und abklipsbare Schultergurt ist installiert (um schnell zwischen diesem und dem Sun Sniper wechseln zu können), das GPS-Dingens ist installiert (muss nur noch sein Signal finden (wobei ich wohl auf den Kompass verzichten und mich nur auf die Koordinaten beschränken werde)), die Blitzschuh-Libelle ist installiert.
Die Akkus sind voll, das Objektiv ist geputzt.

Ich wär‘ dann so weit, meine D750 endlich auszuprobieren.
Wenn nur das Wetter mal mitspielen würde?!

Beim Ausprobieren der Kamera kann ich dann ja auch gleich mal testen, ob auch mein Exemplar von diesem merkwürdigen Phänomen betroffen ist, das einigen Bloggern wohl aufgefallen ist.

Wenn ich es richtig verstanden habe, soll es bei ohne Gegenlichtblende gemachten Aufnahmen gegen die Sonne (wer in aller Welt macht sowas?!) zu einem dunklen Streifen im oberen Bildbereich kommen, der seine Ursache wohl in einer Reflektion auf einem reflektierenden Teil unten im Kameragehäuse hat.

Nikon hat bereits angekündigt, hier demnächst tätig zu werden.
So darf man mit der Kamera zu Service, wo diese kontrolliert und gegebenenfalls nachjustiert wird.

Ich lasse mich mal überraschen, ob dieses Phänomen bei mir auch störend auftritt.
Oder ob ich den Knipskasten überhaupt in eine solche Situation zwingen kann, in der dieser Fehler auftritt.

Irgendwie klingt das für mich nämlich genau danach: Als habe da jemand seine neue Kamera bewusst diversen fiesen Situationen ausgesetzt, bis er – endlich! – einen Fehler gefunden hat.

Das GPS-Dingens

So, ich habe dem mir drittliebsten Menschen auf der Welt ja mal ‚was Feines zu Weihnachten geschenkt: Die Nikon D750 samt Nikkor AF-S 24-70/2.8.

Ja, das musste sein – sah doch die aktuelle Nachrichten- und Gerüchtelage eher danach aus, als sei keine vernünftige neue DX-Kamera (und damit meine ich einen ernstgemeinten und ernsthaften Nachfolger für meine D300s) mehr zu erwarten – zudem ist das FX-Format (landläufig „Vollformat“ genannt, obwohl es doch „nur“ ein volles – also echtes – Kleinbildformat ist) wohl tatsächlich die Zukunft.

Und da die D800 bzw. D800E und ihr Nachfolger einfach nur Pixelmonster sind, mit denen ich nichts anfangen kann, kam die D750 gerade recht.

So richtig ausprobieren konnte ich das Gerät wetterbedingt leider noch nicht.

Trotzdem kann ich hier bereits einen ersten Erfahrungsbericht abgeben – nämlich was das Zubehör angeht.
Und zwar geht es um einen sogenannten „Geotagger“ – ein kleines Zusatzgerät, das – an die Kamera angeschlossen – die aktuellen GPS-Koordinaten in die Exif-Daten des gerade geschossenen Fotos schreibt.
Dies liesse sich sicherlich auch mit günstigeren Lösungen bewerkstelligen als mit einem teuren Zusatzgerät – aber wie heisst es so schön: Haben ist besser als Brauchen.

An der D300s habe ich sehr gute Erfahrungen mit dem Modell „di-GPS Eco Professional M“ von dawntech gemacht. Dieses Gerät wird anders als die meisten anderen Tagger nicht auf dem Blitzschuh sitzend per Kabel an die Zubehörbuchse der Kamera angeschlossen, sondern sitzt selber direkt auf der Zubehörbuchse, die gleichzeitig durchgeschliffen ist.
Das ist gleich zweimal toll, weil es den Blitzschuh für eine Wasserwaage (oder, in exotischen Fällen: einen Blitz) frei lässt und die Verwendung eines Kabelfernauslösers zulässt.

Was lag also näher, als für die D750 ebenfalls ein Gerät aus dem Hause dawntech käuflich zu erwerben?
Und so machte ich – ja, Depp – noch vor Eintreffen der Kamera Nägel mit Köpfen und bestellte mir das Modell „di-GPS Eco 9 M“.

Wie sich nach Eintreffen und Vermählen der beiden Geräte herausstellte, passten sie auch zusammen.

Nur eben nicht so richtig perfekt.

Der „di-GPS Eco 9 M“ ist offensichtlich für die Nikon D90 entwickelt worden. Dieser Kamera-Body hat seine Zubehör-Buchse unten, so dass der Tagger sich perfekt an das Gerät schmiegt.

Für die D750 allerdings hat Nikon die Anschlussbuchse um 180° gedreht und ans obere Ende der Gehäuseseite versetzt.
Ja, passen tut der GPS-Tagger dort ebenfalls. Und er ragt auch – anders als das Schwestermodell an der D300s – nicht über den Kamera-Body hinaus.

Leider gibt es aber eine Komplikation hinsichtlich der aus Hartgummi (oder so) bestehenden Abdeckung der Zubehörbuchse an der D750: Diese drückt nähmlich recht kräftig gegen das Gehäuse des Geotaggers, so dass dieser „nach hinten schief“ am Kamera-Body sitzt.
Dazu kommt die Tatsache, dass der Geotagger ja analog der Zubehörbuchse um 180° gedreht wird – der Schalter und die LED zeigen damit nach vorne, also vom Nutzer weg. Ist dies beim Schalter nicht besonders tragisch, macht es sich bei der LED schon deutlicher bemerkar, weil diese schliesslich den Zustand das Gerätes (GPS gefunden oder nicht) signalisiert.

Die Zubehör-Buchse ist auch beim „di-GPS Eco 9 M“ durchgeschliffen – allerdings nicht 1:1: Der Tagger hat nur eine Buchse für einen Klinkenstecker.
Hier hat der deutsche Importeur jedoch einen passenden Kabelfernauslöser beigelegt, so dass es nicht ganz so schlimm ist. Ob es einen hierzu passenden Timer gibt, weiss ich leider nicht.

Insgesamt wäre mein Fazit, dass der „di-GPS Eco 9 M“ zwar sehr gut seine Arbeit tut, aber eben nicht perfekt an das Kameragehäuse passt.

In zwei Internetforen bin ich auf ein anderes Produkt aufmerksam geworden, dass den Bildern zufolge deutlich besser an die Kamera passt.
Und auch günstiger ist.

Natürlich sofort bestellt – und der „di-GPS Eco 9 M“ wandert dann eben in die Bucht.