Strom weg in Lübeck

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Vorgestern ist aufgrund eines noch nicht näher bekannten (oder bekanntgegebenen?) Vorfalls in einem Umspannwerk im gesamten Lübecker Stadtgebiet der Strom ausgefallen, und bereits gestern meldeten viele Einzelhändler sich jammernd zu Wort, weil große Teile ihres Lagerbestandes an Kühlwaren nun entsorgt werden müssten und/oder man sich zumindest große Sorgen um gekühlt und/oder tiefgekühlt gelagerte Ware gemacht habe.

Interessant.

Ich hätte jetzt eigentlich vorausgesetzt, dass ein Unternehmen mit (tief)gekühlt zu lagernder Ware im Sortiment doch alleine schon aus gesundem Menschenverstand heraus Vorkehrungen zur Aufrechterhaltung der Stromversorgung zu treffen hat.

Aber da habe ich natürlich wieder einen Fehler gemacht, als ich gesunden Menschenverstand vorausgesetzt habe.
Diesen will ich den Verantwortlichen zwar nicht absprechen – er findet allerdings erkennbar nur selten Anwendung. Und das ist sicherlich auch einer der Gründe dafür, dass in Deutschland jede noch so winzige Kleinigkeit per Gesetz geregelt wird und sein muss.

Insgesamt gibt der Stromausfall einem natürlich ein wenig zu denken: Eine Stadt von der Größe Lübecks hängt an nur einem einzigen „Knotenpunkt“, wenn ich es richtig verstanden habe.
Es gibt keine Backup-Systeme?
Ernsthaft?

Das halte ich für ziemlich mutig – um nicht zu sagen: unverantwortlich.
Unter Anderem, weil ich keinesfalls glaube, dass unsere Stromversorgung so sicher ist, wie wir alle denken.

Im Gegenteil: Um die Infrastruktur im Energiesektor wird es doch hier kaum besser bestellt sein, als es bei den Straßen, Autobahnen, Brücken und Tunneln sowie im Schienenverkehr der Fall ist – jahr(zehnt)elange Vernachlässigung sei dank.

Ich will gar nicht daran denken, auf was für einem dünnen und alten Draht wir da balancieren.

Und angesichts der Tatsache, was für uns heute im Alltag so alles ganz selbstverständlich ist, würden wir uns im Falle eines landes- oder gar bundesweiten Blackouts schon ganz schön umgucken, wenn plötzlich absolut nichts mehr funktioniert.

Im Falle des Stromausfalls in Lübeck war nun ja auch den Nachrichten zu entnehmen, dass selbst die Ordnungshüter und Rettungsdienste zumindest eine Zeit lang nicht kommunizieren konnten – und das, obwohl man eigentlich sicher war, dass auch im Falle eines Stromausfalls deren Kommunikation sicher sei.

Merkt Ihr selber, nä.

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