Rechts entlang …

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Was viele befürchtet haben, ist bei der gestrigen Bundestagswahl 2017 eingetreten: Die „Alternative für Deutschland“ (AfD), die bei vielen als rechtsradikal, rassistisch und fremdenfeindlich gilt und sich in der Vergangenheit immer wieder mit diese Vorwürfe noch untermauernden Äußerungen bemerkbar gemacht hat, ist mit über 12% aller Stimmen nicht nur in den Bundestag eingezogen, sondern sogar drittstärkste Kraft geworden.

Das kann niemanden gefallen, der einigermaßen klar im Kopf ist.

Und doch muss ich jenen widersprechen, die den gestrigen Tag als schlechten Tag für die Demokratie bezeichnen – denn das war es ganz bestimmt nicht.

Im Gegenteil: Was wir gerade erleben, IST Demokratie.

Das Ergebnis muss – nein, darf! – uns nicht gefallen, aber wir müssen es akzeptieren und hoffen, dass unsere Regierung es als Zeichen und Chance sieht, die AfD-Wähler vom rechten Rand zurückzuholen.

Denn die Wähler der AfD sind sicherlich nicht alles Nazis – sehr wohl aber Menschen, die offensichtlich ihre Gründe haben, ganz bewusst Nazis zu wählen.

Es gilt jetzt, die Gründe dafür aus der Welt zu schaffen.
Auch, wenn diese Gründe eher in den persönlichen Lebenssituationen der Menschen liegen dürfte, die glauben, es werde nichts für sie getan und deshalb empfänglich für die geistigen Brandstifter mit Anzug und Krawatte sind.

Was mich an dem Abschneiden der AfD am meisten ärgert: Es kommt nicht überraschend.
Wir – unsere Politiker – sind sehenden Auges tatenlos in dieses Debakel hineinspaziert – und unsere Medien haben den Hetzern dabei noch ordentlich viel Zeit und Fläche eingeräumt.

Hoffentlich werden jetzt endlich Schlüsse und Konsequenzen gezogen, damit die AfD bei der nächsten Wahl wieder in der Bedeutungslosigkeit verschwindet – und nicht tatsächlich noch vom Stimmenanteil her regierungsfähig wird.

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4 Antworten auf Rechts entlang …

  • Man fragt sich ja wirklich, ob die sogenannten etablierten Parteien die Zeichen an der Wand nicht gesehen haben, nicht verstanden haben oder ignoriert haben. Mich wundert dieses Ergebnis nicht und ich sehe auch ganz genau, wie die Ohrfeige am Sonntag bei unseren Wahlen ausfällt. Wenn sich Politiker wie die berühmten drei chinesischen Affen benehmen, geht die Demokratie ins andere Extrem über … oder hält jemand Trump und Co nur mehr für harmloses Übel? Besonders interessant ist ja jetzt, wie sich Frau Merkel plötzlich aufführt, um doch ordentlich regieren zu können … ist schon verständlich, aber wie viele Leute kotzt diese Packelei an?

    • Naja, „Mutti“ hat ja schon die ersten Kompromisse mit der Schwesterpartei schließen müssen, was ihr bereits als „Umfallen“ vorgeworfen wird.

      Natürlich ist es ärgerlich, wenn aus einem „… wird es mit mir nicht geben“ dann ein „na gut, dann doch“ wird.

      Aber was erwarten die Leute? Wenn alle Wahlversprechen gehalten würden, bekämen wir keine Regierung zustande und würden fünfmal im Jahr wählen, ohne dass sich danach etwas tut.

      Zu Politik gehört nun einmal auch der Kompromiss – und ich habe das Gefühl, dass das Ergebnis aus Schwarz-Grün-Gelb durchaus Gutes bringen kann.

      Grusels,

      Marco

  • Gegen Kompromisse ist ja auch nichts einzuwenden, denn das gehört ja auch im wirklichen Leben immer dazu. Aber vorher scheinheilig zu tönen „mit mir nicht“ (gilt vor allem auch im hiesigen Wahlkampf) und dann aus Lust am Regieren jede mögliche Koalition zu akzeptieren, ist Betrug am Wähler. Warum traut sich keiner mehr eine ordentliche Koalition zu machen und warum versucht keiner eine Minderheitenregierung? Kompromisse könnte man doch auch in einen Regierungsarbeit mit der Opposition schließen? Irgendwie bleibt die Vernunft dabei auf der Strecke, wenn es um Parteipolitik geht, was nicht heißt, dass es bei Realpolitik durchaus funktioniert.
    Servus, Wolfgang

    • Natürlich wäre es wünschenswert, wenn die Damen und Herren vor der Wahl klar und deutlich sagen, wo es Spielraum gibt und wo nicht … aber … das wissen sie wahrscheinlich selber nicht.

      Mein Vorschlag wäre ja, dass der Bürger Aufgaben wählt – meinetwegen per „Gewichtgung“ – und losgelöst davon Personen, die diese erledigen sollen.

      DAS wär‘ mal ein Spass …

      Grusels,

      Marco

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