Morgendliches Briefkastenerlebnis

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„Sachma … Dein Hund hat da hin geschissen. Willst Du das gar nicht aufsammeln?“

Herrchen guckt mild desinteressiert auf den Ansprecher, dann auf die Hinterlassenschaft.
„Ich habe gar keine Tüte mit.“

„Ja, denn sieh mal zu, dass Du eine holst. Ich bewache hier zusammen mit Deinem Hund für Dich die Kacke.“

„Das ist auch gar nicht mein Hund. Der gehört meiner Tochter.“

„Ach und die kommt dann nachher vorbei und sammelt die Kacke hier weg?“

Herrchen verlässt die Szenerie.
Ohne weiteres Wort, ohne Eile, ohne schlechtes Gewissen.
Und ohne die Kacke.

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Ich glaube, solche (und die meisten) Menschen gehen nur aus einem einzigen Grund mit ihrem Hund Gassi: Damit er nicht in den eigenen Dunstkreis kackt.

Und ich kann das ja auch irgendwie verstehen – fauler und bequemer Sack, der ich bin.
Aber genau deshalb habe ich ja auch keinen Hund, obwohl ich die Tiere so sehr mag.

Ich frage mich immer, was die vielen verantwortungsbewussten Hundehalter fühlen mögen, wenn sie solche Arschlöcher erleben.
Ich selber würde vermutlich einen starken Drang verspüren, handgreiflich zu werden und dem gleichgültigen Hundehalter zu einer ebenso intensiven wie unmittelbaren olfaktorischen und sensorischen Erfahrung mit den Hinterlassenschaften seines Tieres verhelfen.

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