Landeplatz für Helikoptereltern?

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In Mölln sollen jetzt an den Schulen „Elternhaltestellen“ eingerichtet werden, um das Chaos der vielen vor den Schulen an- und abrasenden SUV zwecks weichgebetteten Transports des schulpflichtigen Nachwuchses in den Griff zu bekommen.

Ich finde das toll.

Nee, ehrlich.

Und würde sogar noch weiter gehen!
Von diesen Elternhaltestellen aus nämlich sollten die Kinder dann meiner Meinung nach unbedingt noch auf einem eigens angelegten Kanal mittels von vier weißen Schwänen gezogenem goldenen Nachen bis vor die Schultür transportiert werden, während Mutti bei einem handgebrühten Cappuccino von einem Hochsitz aus die letzte Etappe des Schulwegs genau überwachen kann. Mittwochs gibt es dabei eine Pediküre, Freitags wird der SUV einer Außenpflege mit Heisswachs und Politur unterzogen.

Geht’s denn noch?

Verbietet den Eltern doch einfach, ihre Kinder bis vor die Schultür zu bringen!

Wir mussten damals bei Wind und Wetter drei Kilometer mit dem Rad (wenn es denn gerade mal keinen Platten hatte) zum Bahnhof, von wo aus es in einem kalten und zugigen Waggon der Regionalbahn in die nächste Stadt ging, wo schließlich noch ein entzückender Fußweg auf uns wartete.
Den jedes Jahr schwerer werdenden Schulranzen mussten wir dabei selber tragen.

Und … wir leben noch!

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3 Antworten auf Landeplatz für Helikoptereltern?

  • ja, wir wurden ja auch nicht permanent mit dem Handy per GPS geortet und mussten in jeder Pause Lagestand melden. Natürlich macht man sich als Elternteil Sorgen und möchte alle Gefahrenmomente ausschalten, aber mittlerweile wird diese Goldkindmentalität deutlich übertrieben und die Kids haben eigentlich kein Privatleben mehr. Mir tun die Kleinen einfach nur mehr leid, wenn sie solche Eltern haben … und es gäbe genügend Kinder, die froh wären, wenn sie einen Bruchteil dieser Aufmerksamkeit bekämen und genau das macht dann die Klassenunterschiede aus

    • Ja, die Kleinen sind wirklich zu bedauern.

      Wer von ihnen nicht direkt unter dem Helikopter-Getue leidet, wird es später einmal sehr, sehr schwer haben, wenn das echte Leben passiert …

  • Und dann schrieb jemand in den Kommentaren auf der NDR-Website zu diesen Thema „Ich lasse mir NICHT vorschreiben, wo ich zu parken habe“, und plötzlich fand ich die Idee mit den vorgeschriebenen Halteplätzen doch gar nicht mehr so lächerlich …

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