Zollkanal

Der Zollkanal entstand Ende des 19ten Jahrhunderts als Möglichkeit, das 1888 geschaffene Freihafengebiet (die heutige Speicherstadt) umfahren zu können.

Teile Hamburgs, Altonas, Wandsbeks und Wilhelmsburgs bildeten auch nach Gründung des Deutschen Reiches einen Bereich, der gegenüber dem Deutschen Reich “Zollausland” war.
So verliefen beispielsweise in Barmbek, Wandsbek und Hoheluft Zollgrenzen im heutigen Hamburger Stadtgebiet. Es gab jedoch eine Vereinbarung mit dem Deutschen Reich, diese Orte zu Zollinland zu machen – im Tausch gegen das noch heute geltende Privileg für Hamburg, einen Bereich im Hafen als Zollausland zu erhalten.

Diese Änderung – der “Zollanschluss ans Deutsche Reich” sollte am 15. Oktober 1888 erfolgen, somit war große Eile bei mehreren Baumaßnahmen geboten. Eine davon war der Bau der Speicherstadt, wofür mehrere verschiedene Projekte diskutiert wurden.
Erst ab dem vierten Entwurf floss eine ausserhalb des Freihafens liegende Wasserverbindung zwischen Ober- und Unterelbe in die Planungen mit ein.

Erste Entwürfe planten deren Verlauf noch weiter nördlich, so daß in einigen Planungen sogar die St. Katharinen-Kirche südlich des Kanals – also im Zollausland – gelegen hätte. Man entschied sich schliesslich dazu, die fällig werdenden Abriss-Arbeiten in der Hamburger Altstadt begrenzt zu halten und verbreiterte für den heutigen Verlauf das schon vorhandene Dovenfleet.

Um dem erwarteten hohen Verkehrsaufkommen gerecht zu werden, wurde der Kanal mit einer Breite von 45 Metern geplant. Er war und ist ohne Schleuse direkt mit der Elbe verbunden und damit dem Tidenhub ausgesetzt – somit musste der Kanal tief genug angelegt werden, um auch bei Niedrigwasser passiert werden zu können.

Der Zollkanal trennte die Speicherstadt – damals Freihafengebiet – einem Burggraben gleich vom nördlich gelegenen Stadtgebiet ab, was auch als klares politisches Signal nach Berlin verstanden werden sollte.

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