Windenwärterhäuschen

Das von den meisten Knipsern und Nichtknipsern aufgrund seiner schönen Architektur und exponierten Lage „Wasserschlösschen“ genannte ehemalige Windenwärterhäuschen in der Speicherstadt ist wohl eines der meistfotografierten Motive Hamburgs und somit spätestens seit Herauslösung der Speicherstadt aus der Freihafenzone ein echtes Wahrzeichen der Hansestadt an der Elbe.

Erbaut wurde das markante Gebäude zwischen 1905 und 1907 an der Stelle, wo Wandrahmsfleet und Holländisch-Brooksfleet zusammenfliessen.

Die Winden der Speicherstadt wurden damals mittels Wasserdruck (hydraulisch also) betrieben. Die Energie dafür wurde in Form von Dampf im Kesselhaus an der Sandbrücke erzeugt und von dort aus über ein insgesamt fast fünfzehn Kilometer messendes Rohrnetz zu den in den verschiedenen Speichern verteilten Winden geleitet.
Parallel zu den hydraulisch betriebenen Winden gab es immer noch manuell angetriebene Winden, die abwechselnd wasser- und landseitig eingesetzt wurden und über Zugseile bedient werden mussten.
Die hydraulischen Exemplare aber konnten relativ komfortabel über ein Gestänge bedient werden.

Die Windenwärter, als Techniker eben für die Instandhaltung dieser wichtigen Werkzeuge zuständig, bewohnten das „Wasserschlösschen“ und waren damit neben Hausmeistern die einzigen Personen, die in der Speicherstadt – immerhin Zoll-Ausland! – wohnen durften.
Neben Wohnraum bot das Gebäude auch Raum für Werkstatt und natürlich die Möglichkeiten, das meist schwere Gerät möglichst bequem dorthin zu transportieren.

Seine prächtige Architektur erhielt das Gebäude aufgrund seiner mehrfach beschriebenen exponierten Lage am Zusammenfluss der Fleete – und weil es gleichzeitig den Mittelpunkt des dritten Bauabschnitts der Speicherstadt bildete.

Heute beherbergt dieses wohl meistfotografierte Gebäude der Hansestadt Hamburg einen Tee-Kontor nebst Gastronomie.

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