Westphalentürme

Die wasserseitigen Feuertürme an den sieben- bis achtstöckigen Lagergebäuden in der Speicherstadt wurden zur Erinnerung und Ehrung von Adolph Libert Westphalen – Hamburbs Oberbranddirektor von 1893 bis 1903) „Westphalentürme“ genannt.
Auf 600 Metern Fassade wurden neunzehn dieser Flucht- und Angriffswege im Rahmen des Beleuchtungsprojekts für die Speicherstadt illuminiert, wobei 261 Scheinwerfer zum Einsatz kommen, die überraschenderweise nur jeweils 13 Watt haben.

Die Westphalentürme, die eigens auf Anraten des studierten Architekten und ehemaligen Baupolizeiinspektors Westphalen hinzugefügt wurden, sind nur eine der vielen Verbesserungen (und heute selbstverständlichen Brandschutzeinrichtungen), die der ehemalige Hamburger Oberbranddirektor eingeführt oder eingerichtet hat.
Neben dem Bau von sechs Feuerwachen in nur 16 Jahren Amtszeit zeichnte Westphalen auch verantwortlich für erste Schritte im Atemschutz („Rauchhelme“) und viele Detailverbesserungen wie beispielsweise abstellbare Strahlrohre (um Wasserschäden zu minimieren), Kupplungen statt Verschraubungen an den Schläuchen sowie Automobilisierung der Wehren.

Über die Schreibweise des Nachnamens (und damit auch der nach ihm benannten Fluchttürme) scheint Unsicherheit zu herrschen.
Weit verbreitet ist eigentlich die Schreibweise Westfalen, aber auf der Internetpräsenz des „Hamburger Feuerwehrhistoriker e.V.“ wird der 1916 an den Folgen vom im Krieg in Serbien erlittenen Verletzungen verstorbene Oberbranddirektor Westphalen geschrieben, so dass ich mich hier für eben diese Schreibweise entschieden habe.

 

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