Wasserwerk Kaltehofe

Auf der Halbinsel Kaltehofe (zwischen Norderelbe und Billwerder Bucht gelegen) wurde von 1890 bis 1893 das Wasserwerk Kaltehofe erbaut. Es ging 1894 in Betrieb (zwei Jahre nachdem Hamburg von der Cholera heimgesucht wurde) und ist damit das älteste Wasserwerk Hamburgs.

Die ca. einen Kilometer oberhalb der Elbbrücken gelegene Anlage war vorerst dafür zuständig, das Elbwasser zu reinigen. Dazu fand zunächst eine Reinigung in vier Ablagerungsbecken auf der Billwerder Insel statt, bevor das Flusswasser über unterirdische Kanäle in die 22 Langsamfilterbecken auf Kaltehofe gelangte.

Wegen der sinkenden Qualität des Elbwassers legte man in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts 50 Flachbrunnen an, um Grundwasser zu gewinnen. Das Wasser aus dem Fluss war mit Fortschreiten der industriellen Entwicklung immer mehr verunreinigt, so dass man sich ab 1964 komplett auf die Förderung von Grundwasser verlegte.

Auch das Grundwasser aber wurde schließlich immer schlechter, so dass man das Wasserwerk Kaltehofe 1989/90 vom Netz nahm – in diesem Zusammenhang war in meinen ergoogelten Quellen oft die Rede vom “Böhringer Gift” – Dioxin, das vom Gelände einer Firma aus die gesamte Moorfleeter Insel verseuchte – und mehr.

Das Wasserwerk Kaltehofe gehörte zur “Werksgruppe Mitte” der Hamburger Wasserwerke und war somit zuständig für die Versorgung von Stadteilen im Zentrum Hamburgs und im Osten der Stadt.
Das Areal und seine zukünftige Nutzung war Gegenstand heftiger Diskussionen: Lange Zeit lag es brach und wurde von den Vögeln als Nistgebiet sowie von Anwohnern als Naherholungsgebiet zum Spaziergang genutzt.

Gedankenmodelle sahen aber durchaus eine Ausweisung als Wohngebiet vor, wogegen diverse Initiativen protestierten.

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