Wasserschloss Glücksburg

Das wohl zu den bedeutendsten Schlössern Nordeuropas zählende Wasserschloss in Glücksburg wurde in den Jahren zwischen 1582 und 1587 unter dem Herzog Johann dem Jüngeren zu Schleswig-Holstein-Sonderburg – dem dritten Sohn des dänischen Königs Christian III. – durch Baumeister Nikolaus Karies auf dem Areal – und angeblich mit dem Material – des ehemaligen Rüdeklosters errichtet.

Das auf einem über zwei Meter starken Granitsockel statt den sonst meist bei Wasserschlössern üblichen Pfählen ruhende Bauwerk besteht aus drei äußerlich gleichen Einzelgebäuden, auf dem nahezu quadratischen Grundriss flankiert von den vier markanten Ecktürmen. Die Baukosten beliefen sich damals auf eine Summe von 6.000 Mark Lübsch – also dem Gegenwert von heute circa 1.5 Millionen D-Mark oder 750.000 Euro.
Bei dem See handelt es sich um ein im 16ten Jahrhundert künstlich angelegtes Angelgewässer.

Bis auf Änderungen an der Dachkonstruktion und den Türmen (die vorhandenen Zinnen wurden dort erst spät durch Schieferdächer ersetzt) befindet das Schloss sich auch heute noch im ursprünglichen Kleid.

Obwohl unter Johann dem Jüngeren (1545-1622) erbaut, kam das Bauwerk erst später, unter König Christian IX. von Dänemark (1818-1906) zu seinem Ruf als “Wiege der europäischen Königshäuser”.
Der aus dem Hause Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg stammende Monarch gilt auch als “Schwiegervater Europas”:  Vier seiner Kinder aus der Ehe mit Prinzessin Louise von Hessen-Cassel wurden mit Mitgliedern der Königshäuser aus Russland, England und Schweden vermählt; ein Enkel und ein Sohn wurden Könige von Norwegen und Griechenland, so dass die Glücksburger Linie mit allen europäischen Dynastien in verwandschaftlichem Verhältnis steht.

Bis das Schloss 1779 mit dem Aussterben der älteren Linie an die dänische Krone fiel, war es Sitz der regierenden Könige von Glücksburg. König Friedrich VII. von Dänemark nutzte es zwischen 1853 und 1863 zeitweilig als Residenz; 1864 diente es während des deutsch-dänischen Krieges der preußisch-österreichischen Armee als Hauptquartier.

“Gott gebe Glück mit Frieden” – so lautet der Wahlspruchs des ersten Herren des Wasserschlosses, der sich mit der Abkürzung G G G M F nach wie vor auf der Wappentafel über dem Eingangsportal findet.

Das Wasserschloss Glücksburg wird heute von einer Stiftung unterhalten.
Dem Besucher sei bei gutem Wetter ein Rundgang um den Schlossteich wärmstens empfohlen; zudem bieten sich Besuche des Rosariums und des Restaurants “Schlosskeller” an, die ich selber jedoch nicht wahrgenommen habe.

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