U-Boot U11

Das mit der Nato-Kennung S 190 beschriftete ehemalige deutsche U-Boot U11, das mittlerweile im Hafen Burgstaaken als Museumsschiff zu besichtigen ist, wurde von den Kieler Hohwaldtswerken gebaut und 1968 als drittes Boot der U-Boot-Klasse 205 der Bundeswehr im Juni 1968 in Dienst gestellt.

In seiner Dienstzeit gehörte das Boot zum 1. U-Boot-Geschwader, bevor es 1998 nach Eckernförde verlegt wurde. Mit dem Schutz der Küsten und küstennahen Seeverbindungen als Einsatzzweck legte U11 dabei insgesamt fast 178.000 Seemeilen zurück (mehr als 15.000 davon im Tauchzustand), bevor es von Januar 1987 an neunzehn Monater lang zum „Unterwasserzieldarstellungsboot“ für Torpedo-Trainings umgebaut wurde. Unter Anderem erhielt U11 dabei eine zweite Hülle, um es für den Fall versehentlicher Treffer besser zu schützen.
Das U-Boot war damit das einzige Unterwasserziel, das auf NATO-Manövern eingesetz werden konnte.

Am 30. Oktober 2003 ausser Dienst gestellt, wurde das 43,5 Meter lange und bei einer Breite von 4,6 Meter sowie vier Metern Höhe ehemals 420 Tonnen (nach dem Umbau 520 Tonnen) schwere U-Boot 2005 zum Museum umgebaut und liegt seitdem in Hafen Burgstaaken von Fehmarn „auf dem Trockenen“.

Sein Propeller steht als Ehrung der langen Patenschaft mit der Kreisstadt Öhringen in Baden-Württemberg dort in einem Kreisverkehr.

 

Die Boote dieser U-Boot-Klasse sollten vor Allem in der Ostsee operieren und dort in der Bekämpfung gegenerischer Kriegsschiffe sowie der Abwehr von Landungsschiffen eine wichtige Rolle spielen.

Die Klasse 205 war eine von mehreren Klassen, die ab 1956 zum Aufbau der Bundesmarine in Auftrag gegeben wurde. Dabei war die Klasse 205 das Ergebnis einiger Überarbeitungen die schon beim Bau der ersten der ursprünglich zwölf Boote aus Klasse 201 aufgrund militäerischer Anforderungen nötig geworden waren. So wurden die geforderten Anpassungen schon ab dem vierten Boot umgesetzt, und die geänderten Boote erhielten die Bezeichnung Klasse 205.

Neun Exemplare dieser Klasse wurden Ende 1960 bei den Kieler Howaldtswerken in Auftrag gegeben, Konstruktion und Entwicklung fiel in die Verantwortung eines Lübecker Ingenieurbüros.
Zwei weitere Vertreter der Klasse 205 wurden in Kopenhagen in Lizanz für die Dänische Marine gebaut, die Narvhalen und Nordkapern.

Bei den Booten der ursprünglichen Klasse 201 wurde schnell klar, dass der verwendete Stahl ungeeignet war – ein weiterer Grund, die Serie nach U3 abzubrechen. Allerdings waren auch die schon im Bau befindlichen oder bereits fertigen Boote U4 bis U8 der Klasse 205 von dieser „Stahlkrise“ betroffen.
Diese führte unter Anderem dazu, dass die folgenden Exemplare nach einem Baustopp aus verschiedenen Stahlsorten konstruiert wurden. U1 und U2 wurden sogar noch komplett umgebaut zu Booten der Klasse 205 und sind somit eigentlich Neubauten.

Neben U11 wurden zwei weitere Exemplare dieser Baureihe gegen Ende ihrer Dienstzeit für besondere Zwecke eingesetzt:

U1 wurde ab 1983 bei der HDW zur Erprobung des Brennstoffzellenantriebes eingesetzt und bildete mit den erfolgreichen Tests einen Grundstein für die spätere U-Boot-Klasse 212, in der dieser Antrieb eingebaut wurde. Im Anschluss an seine Ausserdienststellung 1991 geriet U1 an die Nordseewerke in Emden, wo es in der Erprobung weiterer aussenluftunabhängiger Anriebe eingesetzt wurde.

U12 wurde mehrere Jahre als Erprobungsschiff für Schleppsonar eingesetzt, bevor es 2005 als letztes der Klasse ausser Dienst gestellt wurde. 2007 wurde es an eine dänische Firma zum Abwracken verkauft.

Die Schiffe der Klasse 205 waren mit einer Nenntauchtiefe von 100 Metern angegeben. Die Reichweite der circa 25 Millionen Deutsche Mark teuren Schiffe wurde mit circa 4.200 Seemeilen bei fünf Knoten Fahrt angegeben, getaucht circa 230 Metern bei vier Knoten.

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