St. Nicolai-Kirche Beidenfleth

Die Ursprünge der St. Nicolai-Kirche im erstmals 809 urkundlich erwähnten Beidenfleth gehen auf eine 1108 im Schutz der ersten Deiche errichteten Kapelle zurück.
Man vermutet heute, dass die Fundamente des Altarraumes der heutigen St. Nicolai-Kirche noch aus dieser Zeit stammen.

Die in der zweiten Hälfte des zwölften Jahrhunderts eintreffenden Holländer brachten nicht nur Entwässerung in die Marsch, sondern auch die Kunst des Ziegelbrennens. Es wurde eine neue Kirche gebaut, geweiht St. Nicolaus – dem Schutzpatron der Schiffer – aber erst 1325 wurde die Kirche St. Nicolai zu Beidenfleth im Verzeichnis der Hamburger Domkirche urkundlich erwähnt.

Am 25. April 1345 ist der bronzene Taufkessel gegossen worden – vermutlich in Hamburg am Glockengießerwall. Aus der selben Zeit stammen die Kunstwerke „Die Krönung der Himmelskönigin Maria“ und „Anna Selbdritt“.

Ebenfalls in Hamburg werden um das Jahr 1500 das Triumphkreuz und die Pieta gefertigt.

Den Urkunden zufolge wurde 1557 ein „neuer Turm“ errichtet – durch einen gewissen Valentin Möller aus Itzehoe. Man vermutet heute angesichts der einer Windmühle ähnelnden Form des Turmes, dass er Mühlenbaumeister gewesen ist.
Wie bei den meisten alten Kirchen in der Marsch steht der Turm immer einzeln für sich und besteht aus Holz, weil der weiche Marschboden nicht geeignet war für das Fundament eines Turm aus Stein.

Der Turm der St. Nicolai-Kirche beherbergt neben der alten „Stundenglocke“ die „Königsglocke“ von 1705 (ein tiefes Dis), die „Ehrenbürgerglocke“ von 1964 (Cis) und die „Kirchenvorstandsglocke“ von 1973 (ein tiefes Gis).

Sein erstes Gestühl erhielt St. Nicolai 1589, weil es nach der Reformation in der „Kirche des Wortes“ mit neuem Schwerpunkt auf Verkündung des Evangeliums gebraucht wurde.
Das jetzige Gestühl stammt aus 1953, wobei Meister Heinz Ossenbrüggen die bestehende Kastenform mit Türen bewahrt und auch alte Schnitzereien und schmiedeeiserne Beschläge mit übernommen hat.

1636 – mitten im Dreissigjährigen Krieg- erhielt die Kirche einen neuen Altar, gestiftet vom Campener Gutsverwalter Mathias Nowock und geschnitzt vom Hamburger Hein Baxmann. Der Altar gilt heute als einer der schönsten unter den Dorfkirchen Schleswig-Holsteins.

Es folgten 1694 (schwere Barockleuchter auf dem Altar) und 1704 (Barockkanzel) weitere Stiftungen von Privatleuten.

1707 liess die Kirche die Westempore bauen und mit Bildern des apostolischen Glaubensbekenntnisses schmücken, 1709 wurde der unter der Empore stehende „Armenblock“ geschmiedet.

In einem eigens gebauten Tonnengewölbe wurde 1878 eine „Marcussenorgel“ von der dänischen Firma Marcussen & Son aus Apenrade erbaut.

Im zwanzigsten Jahrhundert folgten weitere Stiftungen heute wertvoller Stücke: schmiedeeiserne Leuchter (1929), eine aus Kupfer getriebene und innen versilberte Taufschale (1962) und das als einziges Werk des Stockholmer Professors Einar Forseth in Deutshland das „Tauffenster“ (ebenfalls 1962).
Gustavus F.C. Witt, Stifter dieser wertvollen Schätze, wurde Ende 1962 dafür von der Gemeinde Beidenfleth zum Ehrenbürger ernannt und mit einer Gedenktafel in der Taufecke geehrt.

Von 1989 bis 1990 wurde der Turm der St. Nicolai-Kirche renoviert. Dazu wurden unter Anderem die 28 grossen Feldsteine entfernt, die seit knapp 400 Jahren das Fundament bildeten. Diese Steine wurden an verschiedenen Stellen des Dorfes aufgestellt, einer davon an der Seite des Turmes.

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