Schloss Ahrensburg

Das östlich von Hamburg liegende Schloss Ahrensburg ist genau wie das Schloss Glücksburg ein Wasserschloss im Baustil der Renaissance.
Unverkennbar ist daher die Ähnlichkeit im Aufbau: Genau wie die Wiege der europäischen Monarchie besteht auch das Ahrensburger Exemplar aus einem dreischiffigen Grundbau, der von vier achteckigen Türmen flankiert wird. Anders als der dicht an der dänischen Grenze liegende Bau steht das Ahrensburger Schloss jedoch nicht in einem großen Teich, sondern befindet sich vielmehr auf einer durch Gräben künstlich entstandenen Insel, die von zwei Seiten aus per Brücke zu erreichen ist.

In der Region gab es bereits seit dem Mittelalter einen Herrensitz – die Burg Ahrensfelde, die sich ungefähr drei Kilometer südlich des heutigen Wasserschlosses befand und seit 1327 im Besitz des Klosters Reinfeld war. Noch heute sind Überreste der alten Burganlage und speziell ihrer großen Wallanlagen erhalten.
1567 fiel die Burg im Rahmen der Säkularisation des Klosters an den dänischen Feldherrn Daniel Rantzau, der durch Zukäufe (unter Anderem das Dorf Wohldenhorn) seinen Landbesitz weiter vergrößerte.

Der Besitz wechselte schon zwei Jahre später an Peter Rantzau, als sein Bruder Daniel in einer Schlacht in Schweden ums Leben kam. Peter Rantzau errichtete nördlich von Wohldenhorn zuerst den Gutshof, um später – zwischen 1570 und 1585 – an einer schönen Stelle am Dorfrand im Tal der Hunnau das im Stil der Renaissance entworfene Schloss Ahrensburg folgen zu lassen.
Etwa zur gleichen Zeit entstanden gegenüber des Schlosses die Kirche des Gutes (eines sogenannten zu der Zeit üblichen “Adligen Gutes”) und die als “Gottesbuden” bekannt gewordenen Armenhäuser – immerhin war Penter Rantzau als Gutsher auf seinem Besitz die höchste Instanz in Kirche und Recht.

Die Familie Rantzau konnte das Schloss sieben Generationen lang – bis ins Jahre 1759 – in ihrer Familie halten. Dann jedoch verlor die im ganzen heutigen Schleswig Holstein vertretene Familie an Macht und Einfluss, und bald musste man der Mißwirtschaft und den Konflikten mit den Untertanen – allesamt Leibeigene! – Tribut zollen und das Gut schließlich verkaufen.
Im selben Jahr kaufte Heinrich Carl Schimmelmann – als Finanzgenie bekannt und daher quasi Wirtschaftsminister im dänischen Staat – den gesamten Gutshof mitsamt Herrenhaus.  Er absolvierte eine steile Laufbahn (1768 Berufung zum Schatzmeister, 1779 Erhebung in den Stand eines dänischen Lehngrafen, 1774 Aufahme in die holsteinische Ritterschaft) und liess das Schloss von 1760 bis 1764 umfassend sanieren, wobei besonders im Erdgeschoss der Renaissance-Bau mit Elementen des Rokoko umgestaltet wurde.
Im Zuge der Arbeiten wurden auch der Hausgraben zugeschüttet und die Schweifgiebel erneuert.

Gleichzeitig ließ Schimmelmann dass zum Gut gehörende Dorf neu anlegen – im Sinne einer symmetrischen barocken Planung geschah dies mit zahlreichen Neubauten, die heute aber kaum noch zu erkennen sind.

Wiederum sieben Generationen später – nachdem der Urenkel des Schatzmeisters es 1855 noch einmal umfassend renoviert hatte – wurde das Haus 1938 verkauft. Das Land Schleswig-Holstein übernahm zusammen mit dem Kreis und der Sparkasse Storman sowie der Stadt Ahrensburg die Trägerschaft für einen Verein, der das Schloß künftig betreiben sollte, und schon 1938 wurde es als Museum eröffnet, während gleichzeitig erste Instandsetzungen unter dem Zeichen der Denkmalpflege vorgenommen wurden.  Dabei wurden vor Allem die im 19ten Jahrhundert erfolgten Veränderungen am Außenbau wieder rückgängig gemacht.

Bedingt durch den zweiten Weltkrieg folgten eine Schließung und abermalige Renovierung, bevor das Schloss 1955 wieder eröffnet wurde und seitdem ohne Unterbrechung als Museum dient.

Im Zuge der letzten gründlichen Sanierung von 1983 bis 1985 wurde schließlich auch der 200 Jahre zuvor zugeschüttete Hausgraben wieder geöffnet.

Das Schloss ist Dienstags bis Donnerstags sowie am Wochenende von 11.oo bis 16.oo Uhr (von März bis Oktober noch eine Stunde länger) geöffnet, eine Eintrittskarte kostet zur Zeit für Erwachsene € 3,60, für Kinder bis 12 Jahre € 1,50.   (Zahlen Stand 2005)

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