Schlepper Flensburg

Noch bis Anfang 2014 sorgte es bei Seh- und Seeleuten für einen Schmunzler, dass der Schlepper „Flensburg“ ausgerechnet am anderen Ende des Landes im Binnenhafen Glücksstadt liegt. Im Juli 2013 allerdings wurde bekannt, dass der Glückstädter Eigner des Schiffs sich von dem betagten Exemplar trennen und es in den Bestand des Flensburger Museumshafens geben will.

Gebaut wurde das Schiff 1954 auf der Jadewerft in Wilhelmshaven und wurde noch im gleichen Jahr als „Bugsier 9“ bei der Bugsier-, Reederei- und Bergungs-GmbH in Hamburg in Dienst gestellt. Der Schlepper ist das letzte gebaute Exemplar vom Typ „Bugsier“. Ursprünglich ohne Ruderhaus gebaut, wurde das mit eine 475 PS-Dieselmotor ausgestattete Schiff 1969 entsprechend umgebaut, um den Wind und Wetter ausgesetzten Steuerleuten Schutz zu bieten.

Nachdem das knapp 22 Meter lange und über 5,5 Meter breite Schiff 1971 in Hamburg aufgelegt (d.h. zeitweise ausser Betrieb genommen) worden war, gelangte es 1973 in dem Besitz der Flensburger Schiffsbau-Gesellschaft, wo es auf seinen heutigen Namen „Flensburg“ umgetauft wurde und dort in Diensten der Werft tätig war.

1992 gelangte die „Flensburg“ in Besitz einer Buxtehuder Reederei und wechselte somit zurück an die Unterelbe, was sich auch mit dem vorletzten Eignerwechsel nicht änderte, als der Schlepper im Jahre 2000 an einen Glückstädter ging, der das Schiff zusammen mit vielen ehrenamtlichen Helfern restaurierte und „flott hielt“.

Mit seinen 2,8 Metern Tiefgang hat der zuletzt immer noch im Arbeitseinsatz befindliche Schlepper auch eine Eisklasse und sich sogar beim Brechen von 30cm dickem Eis bewährt, um den Zugang zu einer Papierfabrik zu befreien.

 

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