Saga Sapphire

Bei dem heute als „Saga Sapphire“ fahrenden Kreuzfahrtschiff handelt es sich um das Anfang der achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts für Hapag-Lloyd gebaute und ursprünglich als „Europa“ eingesetzte ehemalige grösste Kreuzfahrtschiff der Welt.

Als Ende der 1970er Jahre klar wurde, dass die als aktuell von Hapag-Lloyd als „Europa“ eingesetzte ehemalige  „Kungsholm“ (gebaut 1950-1953) den stetig steigenden Ansprüchen der Passagiere und des Unternehems nicht mehr gerecht wurde, schrieb das Unternehmen einen Neubau aus, der mindestens 600 Passagieren in jeweils mindestens 21 Quadratmeter grossen Kabinen Platz bieten sollte – von denen knapp 80 Prozent Aussenkabinen sein sollten.

Die Bremer Vulkan-Werft erhielt nach einer von einem Zusammenschluss der Bremer Werften AG Weser und Bremer Vulkan gewonnenen Ausschreibung 1978 den Auftrag, für einen Preis von 176 Millionen Deutsche Mark die neue „Europa“ zu bauen. Dabei fielen die Baukosten mit 260 Millionen DM am Ende deutlich höher als geplant aus, so dass es sich um ein herbes Verlustgeschäft für die Bremer Vulkan-Werft handelte.

Am 1. April 1980 wurde die „Europa“ auf Kiel gelegt, am 22. Dezember erfolgten Schiffstaufe und Stapellauf durch Simone Veil, die damalige Präsidentin des Europäischen Parlaments. Fertiggestellt wurde das Schiff ein knappes Jahr später, am 6. Dezember 1981.
Am 8. Januar 1982 ging die „Europa“ als mit 30.000 Bruttoregistertonnen seinerzeit grösstes Kreuzfahrtschiff der Welt von Genua aus auf Jungfernfahrt, vorwiegend mit mit Reisezielen in Afrika.

Schon im ersten Jahr lag die Passagierauslastung trotz der wesentlich höheren Kapazität verglichen zu ihrem Vorgänger – die ehemalige „Kungsholmen“ bot circa 380 Passagieren Platz – bei circa 90 Prozent, so dass man bei Hapag-Lloyd zufrieden war und zuversichtlich in die Zukunft schauen konnte.

Erst 1997 – im Jahr des einhundertfünfzigsten Firmenjubiläums – gab man Pläne für den Bau einer neuen „Europa“ bekannt, deren Indienststellung für 1999 geplant war, und läutete somit das Ende dieser „Europa“ bei Hapag-Lloyd ein.

Im April 1998 geriet das Schiff in den Besitz der asiatischen „Star Cruises“, die es allerdings noch bis Juni 1999 an Hapag-Lloyd verchartete und es erst im Juli des Jahres in Hamburg übernahm.
Nach einer 15 Millionen US-Dollar teuren Modernisierung und Generalüberholung auf einer Werft in Singapur, bei der unter Anderem die Suiten mit Balkonen ausgestattet wurden, ging das Schiff ab Oktober 1999 unter dem neuen Namen „SuperStar Europe“ mit einem Ausgangshafen in Thailand wieder auf Fahrt. Wenige Monate später (Februar 2000) wurde das Schiff nochmals umbenannt und setzte seinen Kreuzfahrtbetrieb im asiatischen Raum unter dem Namen „SuperStar Aries“ fort.
Zu einem ursprünglich 2001/2002 geplanten Verkauf an die Orient Lines kam es angesichts eines drastischen Rückgangs der Passagierzahlen in Folge der Terror-Anschläge von 11. September 2001 nicht mehr, so dass das Schiff weiterhin für Kreuzfahrten nach Thailand und China eingesetzt wurde.

Im März 2004 kaufte Pullmantur Cruises das Schiff und überführte es nach Spanien, wo es als „Holiday Dream“ erst im Mittelmeer und später in der Karibik eingesetzt wurde.
Pullmantur Cruises geriet im September 2007 in den Besitz von Royal Caribbean International, die das Schiff künftig bei ihrem Tochterunternehmen Croisieres de France (CDF) im französischen Markt einsetzen wollten.

Nachdem das Schiff beim letzten Besitzerwechsel 2004 nur wenigen dekorativen Änderungen unterzogen worden war, wurde es Anfang 2008 bei einer Werft in Barcelona im Zuge circa 30 Millionen Euro teurer Arbeiten an die Ansprüche des französischen Marktes angepasst.
CDF setzte das Schiff fortan unter dem neuen Namen „Bleu de France“ abwechselnd für Kreuzfahrten ab Marseille im Mittelmeer (in den Sommermonaten) und ab La Romana in der Dominikanischen Republik (im Winter) ein.

Zum vorerst letzten Besitzerwechsel kam es 2011, als die britische Saga Cruises die ehemalige „Europa“ erwarb.
Im Zuge einer abermaligen Überholung auf einer Werft in Triest wurden neue Kabinen eingebaut, die Einrichtung erneuert, die Maschine überholt sowie eine neue Aussenbemalung angebracht, wobei das Schiff seinen blauen Rumpf bekam.

Seit Mitte April 2012 ist das Schiff nunmehr unter dem Namen „Saga Sapphire“ mit Heimathafen Valletta in Fahrt.

 

Die „Saga Sapphire“ ist mit 199,62 Metern Länge („über Alles“) und 28,5 Metern Breite bei maximal 8,4 Metern Tiefgang und einer Bruttoraumzahl von 37.049 eines der grössten Kreuzfahrtschiffe, die mehrmals im Jahr den Nord-Ostsee-Kanal nutzen.

Ihre aus zwei Diesel-Siebenzylinder-Motoren (MAN-Bremer Vulkan K 7 SZ 70/125 B) stammenden knapp 29.000 PS beschleunigen das mit zwei Propellern angetriebene und mit maximal 900 Menschen besetzte Schiff auf bis zu 21 Knoten, was einer Geschwindigkeit von circa 39 km/h entspricht.

Zehn der zwölf Decks des Schiffs sind für die 600 Passagiere zugänglich, die in insgesamt 316 Kabinen Platz finden.

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