Rickmer Rickmers

Die SS Rickmer Rickmers darf wohl neben der Cap San Diego als schwimmendes Wahrzeichen Hamburgs gelten.

Die seit 1983 in Hamburg liegende Bark mit Stahlrumpf wurde 1896 von der Reederei Rickmers in der eigenen Werft gebaut; Pate für die Namensgebung stand dabei der Enkel des Firmengründers. Seine Jungfernfahrt machte der 97m lange und 12,20m breite Windjammer mit sechs Meter Tiefgang unter Kapitän Herrmann-Hinrich Ahlers nach Hongkong, von wo aus die 25köpfige Besatzung mit Bambus und Reis zurückkehrte.

Nach mehreren Reisen – darunter gefährliche Erlebnisse wie beispielsweise 1904 die eher unangenehme Begegnung mit einem Taifun im Indischen Ozean, wobei der Vollsegler einen Mast verlor und im unter Not angelaufenen Hafen Kapstadts zur Bark “umgetakelt” wurde – verkaufte Rickmers den Segler 1912 an die in Hamburg ansässige Reederei Carl Christian Krabbenhöft, die das auf “Max” umgetaufte Schiff auf der Route Hamburg-Chile zum Transport von Salpeter einsetzte.

Im ersten Weltkrieg nahmen die Engländer die “Max” auf einem Abstecher zu den Azoren widerrechtlich unter Beschlag und setzten sie anschließend als “Florres” zum Transport von Kriegsmaterial ein, um sie nach Kriegsende an Portugal zu übergeben.
Die Portugiesen tauften den Segler um auf “Sagres” und nutzten ihn nach einigen Umbauten fortan als Schulschiff.

1930 folgte ein weiterer Umbau, wobei die Bark einen Hilfsantrieb aus zwei jeweils 350 PS starken Dieselmotoren erhielt. 1962 übernahm die auf “Sagres II” umgetaufte ehemalige “Albert Leo Schlageter” die Funktion des Ausbildungsschiffes, und die “Rickmer Rickmers” wurde ausgemustert. Ihr letztes Highlight war somit der Gewinn einer 1958 ausgetragenen Großsegler-Regatta vor der “Christian Radich” aus Norwegen. 1962 wurde die “Rickmer Rickmers” ausgemustert, abgetakelt, in “Santo Andre” umgetauft und an der Marinewerft als schwimmendes Lager verwendet.

Der 1974 gegründete Verein “Windjammer für Hamburg e.V.” erwarb 1983 das Schiff. Genau zum Hamburger Hafengeburtstag am 7. Mai erhielt die Holk ihren ursprünglichen Namen “SS Rickmer Rickmers” zurück. Es folgten vier Jahre, in denen sie – am Europakai liegend – von unzähligen ehrenamtlichen Helfern komplett überholt und zum Mueseums-Schiff umgebaut wurde, bevor sie 1987 feierlich als Museumsschiff eröffnet wurde.

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