Ploener Schloss

Das Plöner Schloss – ein mächtiger dreiflügliger Renaissance-Bau – ist das einzige in Höhenlage errichtete Schloss Schleswig-Holsteins, das noch heute erhalten ist.

An der heutigen Stelle des aus Backstein errichteten Gebäudes (die heutige Fassade mit weissem Verputz erhielt das Schloss erst im 18ten Jahrhundert) stand bereits im zehnten Jahrhundert eine slawische Burgbefestigung, die 1158 zerstört wurde. Unter Graf Adolf II. von Schauenburg und Holstein erfolgte ein Wiederaufbau, der von 1290 gute einhundert Jahr lang als Sitz der Schauenburger (aus der Linie Holstein-Plön) diente, bevor die Anlage an Einfluss verlor und erst 1564 wieder Bedeutung erlangte, als König Friedrich II. von Dänemark seinem Bruder Johann knapp ein Drittel seines Anteils am Herzogtum Schleswig-Holstein-Sonderburg und damit auch die Burg in Plön übertrug.

Mit dem Tode Johanns 1622 erfolgte die Fünteilung Schleswig-Holstein-Sonderburgs.
Einer der fünf Teile war das Herzogtum Schleswig-Holstein-Plön. 1633 liess Herzog Joachim Ernst von Schleswig-Holstein-Plön die Burg einreissen und errichtete an ihrer Stelle die heutige Anlage: Drei Rennaissance-Flügel in C-Form, geöffnet zum großen Plöner See.  Bis zum Tode Herzogs Friedrich Karl von Schleswig-Holstein-Plön im Jahre 1761 (der es teilweise im Stil des Rokoko herrichten liess) diente das Schloss als Residenz der Plöner Herzöge.
Friedrich Karl war es auch, der die Anlage um die noch heute vorhandenen Gebäude des Vorhofes (den Marstall und das Reithaus) sowie das Gartenschlösschen (das sogenannte “Prinzenhaus”) erweitern liess.

Nach seinem Tod fiel das Herzogtum zurück an das dänische Königshaus, so daß die nunmehr 129 Jahre weilende Verwendung als Residenz zu einem Ende kam.
Das nun Freidrich V. gehörende Bauwerk diente nur noch als Witwensitz und wurde ab 1933 auch vermehrt als Schule genutzt.

Ab 1840 verbrachte Friedrich VIII. hier seine Sommerzeit, so daß die Anlage erneut komplett renoviert und umgebaut wurde. 1868 entfernte man sogar weitgehend die Inneneinrichtung des Plöner Schlosses, um sie ins Kieler Schloss zu bringen.

Das Plöner Schloss diente nunmehr nach einem abermaligen Umbau als Kadettenanstalt, bis dies durch den Versailler Vertrag verboten und es 1920 zur “Staatlichen Bildungsanstalt” wurde.

Ab 1934 nutzten die Nazis die gesamte Anlage als Erziehungsanstalt für ihre politische Zwecke und als Eliteschule. Als der Schrecken vorbei war, wurde 1950 ein staatliches Internat aus dem Plöner Wahrzeichen.

Ende der 80er Jahre angestellte Untersuchungen ergaben, dass kostspielige Renovierungs- und Sanierungsarbeiten fällig wurden: Von einem zweistelligen Millionenbetrag war die Rede, um die Anlage vor dem Verfall zu bewahren. Schon damals war das Staatssäckel sehr leer, so daß man ab 1992 den Verkauf des Schlosses abstrebte.
2002 schliesslich kaufte der Optik-Unternehmer Günther Fielman die Anlage für 3,6 Millionen Euro und sanierte sie (vom Land, Bund und EU mit ca. 12 Millionen Euro unterstützt) für geschätzte 30 Millionen Euro, um hier eine gemeinnützige Bildungsstätte für Augenoptik einzurichten.

2004 wurde der Lehrbetrieb der neu entstandenen Meisterschule aufgenommen (die übrigens der gesamten Branche offen steht), und am 7. Oktober 2006 schliesslich erfolgte mit einem großen Volksfest die Neueröffnung des fertig sanierten Schlosses.

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