O’Swaldkai

Der O’Swaldkai gehört zum Kleinen Grasbrook und ist der letzte dort noch regelmässig von Frachtschiffen angelaufene Umschlagplatz. Hauptsächlich sind es Fahrzeuge, die hier zwischen Moldauhafen, Übersee-Zentrum und Dessauer Hafen auf die RoRo-Schiffe verladen werden.
Im  Rahmen der Entstehung der Hafencity und des Stadtentwicklungskonzepts „Sprung über die Elbe“ soll der Kleine Grasbrook neu erschlossen werden. Dabei soll unter Anderem die Unversität aus dem Stadtteil Rotherbaum in den Freihafen verlagert werden – somit sollen der im Entstehen begriffene Stadteil Hafencity mit Veddel und Wilhelmsburg verbunden werden.

Benannt ist dieser Umschlagsplatz nach William Henry O’Swald, (August 1832 bis Mai 1923), Hamburger Überseekaufman, Senator und Zweiter Bürgermeister 1908 bis 1910.
O’Swald wurde 1859 nach seinem älteren Bruder zweiter Teilhaber in der 1831 von seinem Vater gegründete Firma „O’Swald & Co“, die seit 1847 Handel mit Sansibar betrieb. Die beiden Brüder wechselten sich mit der Führung der Firma und der Präsenz in Sansibar ab und betrieben erfolgreich Handel mit Kaurischnecken, die in Westafrika knapp waren und dort sogar als Währung genutzt wurden und von den O’Swalds auf den Seyschellen günstig eingekauft werden konnten.

Gleich in seinem ersten Jahr in der Geschäftsführung der Firma handelte O’Swald einen Handelsvertrag für die Hansestädte Lübeck, Bremen und Hamburg mit dem Sultan von Sansibar aus, und in den folgenden Jahren konnte das Geschäft vor Allem in Ostafrika erfolgreich ausgebaut werden. 1870 folgten Niederlassungen in Madagaskar, 1900 in Mombasa.

Vor Allem der für alle Seiten günstige Handelsvertrag war es, der O’Swald 1866 die Wahl in die Bürgerschaft einbrachte. Es folgte im Januar 1869 die Wahl in den Senat, dem William Henry O’Swald bis Juli 1912 angehörte. Währenddessen führte er seine Geschäfte nebenher weiter und wurde Anfang 1908 als Dank für seine Leistungen im Zollanschluss Hamburgs Zweiter Bürgermeistger – eine Besonderheit, denn kaufmännischen Senatoren war dieses Amt normalerweise vorenthalten.

O’Swald, auf dessen Initiative hin die Hamburger Abteilung der Deutschen Kolonialgesellschaft gegründet wurde, bekleidete das Amt des Zweiten Bürgermeisters bis Ende 1909.

Eine Nichte O’Swalds war mit Max Schramm, einem späteren Hamburger Bürgermeister verheiratet.

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