MS Bleichen

Das Museumsschiff Bleichen liegt derzeit im Hamburger Hansa-Hafen am Bremer Kai vor dem Schuppen 50, der Außenstelle des Hamburger Museumj für Arbeit.
Der für seine Zeit (vor dem Aufkommen der heutigen Containerschiffe) typische Stückgutfrachter wurde 1958 auf der Rendsburger Nobiskrug-Werft im Auftrag der Hamburger Reederei H.M. Gehrckens gebaut. Der Name rührt – wie auch beim Schwesterschiff “Borgesch” von einer alten Hamburger Straße her.

Weil Gehrckens seine Schiffe im Handel mit Skandinavien einsetzte, wurde die “Bleichen” mit einer hohen Eisklasse (also entsprechend starkem Rumpf) gebaut, um die Ostsee auch während der kalten Wintermonate zu befahren, wo sie durchaus mit festem Eis in Berührung kommen konnte.

Bis 1970 wurde die “Bleichen” für den Papier-Handel zwischen Deutschland und Finnland eingesetzt, bevor sie an einen italienischen Eigner verkauft und in “Canale Grande” umbenannt wurde.
Der Italiener behielt das Schiff bis 1979, dann wechselte die “Bleichen” in türkischen Besitz und wurde abermals umgetauft auf den Namen “Arcipel”.

Zuletzt wurde das Schiff unter dem Namen “Old Lady” für den Schrott-Transport im Schwarzen Meer eingesetzt, bis die Stiftung “Hamburg Maritim” 2006 auf das Schiff aufmerksam wurde und das angesichts seiner kleinen Luken mittlerweile unrentabel gewordene Frachtschiff für (durch Spenden finanzierte) 450.000 Euro kaufte und nach Hamburg holte.
Vor seiner Überführung nach Hamburg (Januar 2007) wurde das Schiff noch auf einer türkischen Werft genau untersucht und in den Farben der Reederei Gehrckens gestrichen.

Am 27. April 2007 wurde die “Old Lady” letztmals auf ihren ursprünglichen Namen “Bleichen” umgetauft und läuft nun wieder mit Heimathafen Hamburg unter deutscher Flagge.
Die “Bleichen” ist mit sehr kleinen Zwischendecks und Luken ausgestattet, so daß das Löscghen und Laden trotz einer zweiundzwanzig Mann starken Besatzung bis zu drei Tage dauerte und somit nach modernen Aspekten einfach ineffizient war.
Dieses “Todesurteil” für die “Old Lady” war die Wiedergeburtsstunde der “Bleichen”.

Die Konstruktionsart der “Bleichen” war sogar schon mitte der 50er Jahre des letzten Jahrhunders aus der Mode gekommen: Ihre Decksgestaltung weist Mittschiffs und Heckaufbauten auf, die jedoch eine Mittelbrücke fast frei von Vibrationen und Maschinengeräuschen und somit hohe Bequemlichkeit garantieren konnte.

Das Schiff ist trotz seines hohen Alters von über sechzig Jahren größtenteils im Originalzustand und in einem guten Zustand.
Der Verein “Freunde des Stückgutfrachters MS Bleichen”, gegründet im Februar 2007, kümmert sich um Restaurierung und Betrieb des Frachtschiffs, unterstützt durch Freiwillige und das Projekt “Jugend in Arbeit”.

Man geht derzeit davon aus, die Arbeiten Ende 2010 weitestgehend abgeschlossen zu haben und plant für die Folgezeit jährliche Törns in Nord- und Ostsee sowie natürlich den Betrieb der “Bleichen” als schwimmendem Museum.

Die Bleichen ist bei circa 12 Metern Breite und 4,7 Metern Tiefgang über Alles 93 Meter lang und weist eine Ladekapazität von etwas mehr als 2.200 Tonnen auf. Die Maschinen von Klöckner-Humboldt-Deutz leisten 1.800 PS und beschleunigen die “Bleichen” dabei auf bis zu 12 Knoten.

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