Langenrader Kornwindmühle Sventana

1991 als technisches Kulturdenkmal unter Denkmalschutz gestellt, ist der „Galerieholländer“ (Holländermühlen sind jene, bei denen sich die Kappe dank der gegenüber den Flügen befestigten „Windrose“ selbstständig in die Windrichtung dreht; Galerie steht für den umlaufenden Balkon) ein Wahrzeichen der Gemeinde Ascheberg im Kreis Plön.

Dabei wurde die seit 1985 „Sventana“ (dies ist der aus dem Wendischen stammende Name für den Fluss Schwentine) genannte Windmühle gar nicht in Aschberg gebaut. Ursprünglich wurde sie 1860 von Mühlenbauer Cartd Friedrich Trahn in Kleinmühlen (ebenfalls bei Plön) errichtet – als sogenannter Grundsegler (auch „Erdholländer“ genannt), dessen Flügel dicht an den Boden reichen und damit viel tiefer liegen als beim Galerieholländer, was Vorteile (wie die bessere Erreichbarkeit für Reparaturen) sowie Nachteile (Gefahr für vorbeigehende Menschen, die Ausrichtung zum Wind musste manuell über einen sogenannten „Steert“ erfolgen) mit sich brachte.

Erst 1890 erfolgte der Umzug der Mühle nach Aschberg als Ersatz für eine dem Feuer zum Opfer gefallene Vorgängerin. Dabei wurde die Mühle um eine Etage erhöht, und mit der Umstellung auf Klappenflügel und die Ergänzung durch eine Windrose erfolgte der Umbau zum Galerieholländer.

1949 wurden die Flügel der 1901 in den Besitz der Müllerfamilie Eckeberg übergegangenen Mühle entfernt und sie wurde fortan mit einem Elektromotor betrieben und schnell nur noch zum Schroten von Futtergetreide genutzt.
Der Niedergang der Mühle setzte sich 1967 fort, als die Kappe in einem schweren Sturm abgerissen und das Dach nur provisorisch verschlossen wurde.

1982 entschlossen drei Paare sich, aus der bedauernswerten Ruine wieder eine richtige Mühle zu machen – wohlgemerkt hauptsächlich als echte Arbeitsmühle, nicht als gastronomisches Objekt oder Museum.

In acht Jahren Arbeit wurde so die gesamte alte Mühlentechnik wieder eingebaut, die entweder au anderen Mühlen gekauft oder sogar eigens nachgefertigt wurde. 1997 wurden die zunächst verwendeten Segelflügel durch Klappenflügel ersetzt, wie sie bereits seit dem Umzug nach Ascheberg zum Einsatz kamen.

1993 wurden die Eigentümer der Mühle für ihr Engagement mit dem Kulturpreis des Kreises Plön ausgezeichnet, 1999 verlieh man ihnen den Preis der deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung. 2012 folgte der Deutsche Preis für Denkmalschutz.

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