Kreuzfahrtschiff Deutschland

Viele Schiffe tragen den Namen „Deutschland“, neben Fracht- und Kriegsschiffen natürlich auch Passagier- und Kreuzfahrtschiffe.

Das wohl bekannteste Schiff mit diesem Namen ist das 1998 fertiggestellte, als einziges seiner Gattung unter deutscher Flagge fahrende Hochseekreuzfahrtschiff der ehemaligen Reederei Peter Deilmann mit Heimathafen Neustadt in Holstein.

Bis zur Insolvenz in 2015 von der „Deutsche Kreuzfahrt Management Services“ betrieben, ist das Schiff aus der Fernsehserie „Traumschiff“ bekannt geworden.

Das Anfang Dezember 1996 bei der Kieler Howaldstswerke-Deutsche Werft auf Kiel gelegte und im Mai 1998 vom Bundespräsident Richard von Weizsäcker getaufte Schiff ist für weltweite Kreuzfahrten konzipiert und war bislang drei Mal auf Weltreise.

In den Sommermonaten im Raum der Ostsee und in den norwegischen Fjorden unterwegs, wird sie in Frühjahr und Herbst im Mittelmeer und im Winter in Asien, Südafrika und der Karibik eingesetzt.

Das (über Alles) fast 176 Meter lange und 23 Meter Breite Schiff mit einem Tiefgang von fast 6 Metern bietet auf acht Decks 520 Passagieren und 280 Besatzungsmitgliedern Platz.

Angetrieben wird die „Deutschland“ von einer konventionellen diesel-mechanischen Maschine mit zwei Acht- und einem Sechszylinder-Reihenmotor, die über ein sogenanntes „Doppelmotorengetriebe“ (bereits im Mai 1999 bei HDW in Rendsburg aufgrund von zu starker Geräuschentwicklung modernisiert) und eine Welle einen Propeller mit konstanten 164 Umdrehungen pro Minute an. Fast 17.000 PS beschleunigen das „Traumschiff“ dabei auf 19 Knoten (ungefähr 35 km/h).
Zwei weitere Generatoren sorgen für die Stromversorgung des Schiffs.

Die ursprünglich für 620 Passagier in 318 Kabinen ausgelegte „Deutschland“ ist hanz im Stil eines Grand Hotels der Zwanziger Jahre gehalten und weist Stilelemente des Art Déco, Klassizismus und Jugendstil auf.
Nach Umbauten finden auf der „Deutschland“ noch 520 Passagiere in 293 Kabinen platz, die in fünf verschiedene Kategorien eingesteilt sind.

Bis zu einem Gerichtsurteil 2012 führte das Schiff einer Auszeichnung des DEHOGA folgend die Bewertung „5 Sterne Superior“.

Zu den Bordeinrichtungen gehören ein Ballsaal, drei Restaurants, fünf Bars und ein Salon, eine Bibliothek, ein Kino, zwei Pools, je ein Sport- und Wellness-Bereich sowie ein Hospital inklusive Dialyse-Station.

Im Mai 2012 kam es zu einem Streit um die Ausflaggung des Schiffs. Die Ankündigung der Reederei Deilmann, das Schiff künftig unter maltesischer Flagge fahren zu lassen, führte zu Protesten der Öffentlichkeit und einer gerichtlichen Auseinandersetzung mit dem damaligen Kapitän.
Im Juli nahm die Reederei schliesslich nach Protesten der Öffentlichkeit Abstand von den Plänen.

Während der Olympischen Sommerspiele von London lag die „Deutschland“ in London vor Anker. Auf der Rückfahrt nach Deutschland nahmen die Feierlichkeiten der frisch mit der Goldmedaille bedachten deutschen Hockeynationalmannschaft überhand, was zu Schäden an der Inneneinrichtung des Schiffs führte.

Im Oktober 2014 musste die Eignergesellschaft Insolvenz beantragen.
Nach vielen Gerüchten wurde die „Deutschland“ im März 2015 an ein us-amerikanisches untertnehmen verkauft. Sofort nach der Übergabe im Mai 2015 wurde das zu dieser Zeit vor Gibraltar liegende Schiff auf die Bahamas umgeflaggt.

Nach einem Kurzeinsatz für die Reederei Plantours erfolgte ein Umbau bei der Lindenau-Werft in Kiel. bevor das Schiff Ende August 2015 in „World Odyssey“ umbenannt wurde. Seit Herbst des Jahres fährt das Schiff für den US-Veranstalter „Semester at Sea“ im Wintersemester mit bis zu 600 Studenten.

Im November 2015 gab der Reiseveranstalter „Phoenix Reisen“ bekannt, das Schiff ab 2016 in den Sommermonaten Mai bis September für fünf Jahre gechartet zu haben, um es wieder unter dem Namen „Deutschland“ für Kreuzfahrten einzusetzen.

Im Frühjahr erhielt die „World Odyssey“ auf der Navantia-Werft in Cadiuz den für Phoenix-Schiffe typischen türkiseh Anstrich (Streifen entlang des Schiffs sowie Schornstein), dazu wurden an den Außenkabinen auf den Decks 7 und 8 französische Balkons montiert.

 

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