Köhlbrandbrücke

Der 325 Meter Breite Köhlbrand verbindet die Süderelbe mit der Norderelbe.
Er entstand durch schwere Sturmfluten im 14ten und 15ten Jahrhundert, die eine Teilung der Elbinsel Gorieswerder zur Folge hatten. Seinen Namen hat der bis ins 19te Jahrhundert als Standort für Werften bekannte Wasserweg von den Köhlern, die an seinen Ufern früher Holzkohle brannten – nah bei Ihren Abnehmern, den auf der Elbe fahrenden Schiffern.

Der Elbarm wurde nach einem dem “3. Köhlbrandvertrag” zwischen Preußen und Hamburg kurz nach 1900 westwärts verlegt, weg vom heutigen Kohlenschiffhafen. Die neue und alte Durchfahrt werden voneinander durch die Landzunge Köhlbrandhöft getrennt, auf dem 1961 das Klärwerk errichtet wurde.

Um den Freihafen mit der Autobahn zu verbinden entstand nach einem Entwurf des Architekten Egon Jux Ende des 20ten Jahrhunderts eines der wohl bekanntesten Wahrzeichen der Stadt Hamburg: Die Köhlbrandbrücke.
Diese am 20. September 1974 durch Walter Scheel – seinerzeit Bundespräsident – eingeweihte Brücke ruht auf 75 Pfeilern; der frei hängende Brückenteil hängt mit 88 Stahlseilen an zwei Pylonen von 135 Metern Höhe, um so den Schiffen eine Durchfahrtshöhe von 54 Metern zu gewähren – bei Niedrigwasser Zeit auch für die großen Pötte ausreichend.
Ihre Grenzen bekam die Passage am Morgen des 20. Februar 1998 aufgezeigt, als der holländische Schwimmkran “Rotterdam” mit der Brücke kollidierte und zwei Löcher von jeweils 1×1 Meter Größe in ihr hinterliess.

Der Bau der Köhlbrandbrücke beendete eine 60 Jahre währende Diskussion, ob man die bis dahin genutzte Fähre über den Köhlbrand eher durch einen Tunnel oder eben eine Brücke ersetzen sollte.
Viereinhalb Jahre, 81.000 Kubikmeter Beton, 8.000 Tonnen Betonstahl und 4.700 Tonnen Stahl später war das Ergebnis fertig, und nur ein Jahr darauf erhielt die täglich von circa 30.000 Autos passierte Brücke sogar den europäischen Stahlbaupreis.  (Das war bei 157 Millionen Mark Baukosten jawohl auch das Mindeste *g*)

Die Köhlbrandbrücke, oft mit der Golden Gate Bridge (über die aber circa die doppelte Anzahl von Fahrzeugen fährt) verglichen, ist für viele die schönste Brücke Europas, damals sprach man auch von einem “Triumphbogen für Hamburg”.

Egon Jux – ein Bergedorfer – war es, der die berühmte Köhlbrandbrücke zusammen mit Bauingenieur Hans Wittfoht entworfen hat.
Der am 17. Juli 1927 geborene Architekt, der unter Anderem auch 1965 beim Bau der Großherzogin-Charlotte-Brücke (“Rote Brücke”) in Luxemburg und 1986 bei der Errichtung der Flößerbrücke in Frankfurt am Main verantwortlicher Architekt war, hat auch beim Bau des ehemaligen Hamburger Polizeipräsidiums in St. Georg mitgewirkt.

Jux gründete die Firma Jux & Partner, die structurae.de zufolge unter Anderem beim Bau der neuen Schleibrücke in Kappeln (2002) und anderer Bauten im gesamten Bundesgebiet mitgewirkt hat.

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