Kloster Nütschau

Das Kloster Nütschau in Travenbrück – offiziell das „Priorat St. Ansgar“ – ist ein Benediktiner-Priorat im Erzbistum Hamburg, eingerichtet auf dem Gelände des ehemaligen Gutes Nütschau, einem heutigen Ortsteil von Travenbrück bei Bad Oldesloe.

Als prägnantes Gebäude des Klosters ist das Herrenhaus des ehemaligen Anwesens noch heute erhalten.

Nütschau geht zurück auf eine im Jahre 830 an der Trave errichtete sogenannte „Fliehburg“ – eine von Wällen umgebene Verteidigungsanlage, die als Teil des Limes Saxoniae („Sachsenwall“) zwischen Elbe und Kieler Förde zum Schutz des germanischen Teil des Landes vor dem slavischen Osten beitragen sollte.

Erwähnt wurde Nütschau erstmals 1249, zuerstg als Nutzikowe, später als Nucekowe und 1274 schliesslich als Nutzekowe. Dokumentiert ist ferner eine Schenkung der Nütschauer Mühle an das Zisterzienserkloster Reinfeld aus dem Jahre 1343.

An Stelle der Fliehburg entstand ein Herrensitz, der hunderte Jahre später in den Besitz des Grafen Heinrich Rantzau geriet, welcher dort ab 1577 ein kleines Wasserschloss errichten liess – das auch heute noch in seiner äusseren Bausubstanz weitestgehend unverändert erhalten gebliebene Herrenhaus.

Es folgten weitere 28 Besitzer, bis das Gut in den Besitz der Kirche überging.

Die Wurzeln des Priorats St. Ansgar liegen eigentlich 1931, als Abt und Mönche der in Westfalen liegenden Benediktinerabteil Gerleve anlässlich des 1.100sten Jahrestags der Gründung des Bistums Hamburg beschlossen, im Norden des Landes eine weitere Niederlassung anzusiedeln.
Als zwanzig Jahre später das Gut Nütschau zum Verkauf stand, wandten Erzbischof Wilhelm Berning von Osnabrück und Benediktiner-Abtprimas Bernard Kölin zu Rom sich mit ihren Bitten an Abt Pius Buddenborg, und entschied nach einem Besuch vor Ort im November 1950, dass die Anlage sehr gut für ein Benediktinerkloster geeignet war.
So kaufte  Wilhelm Berning, Bischof von Osnabrück und Stifter Nütschaus, das Restgut samt Herenhaus im Februar 1951 für die Mönche der Abtei St. Joseph in Gerleve.

Erst im Oktober 1975 wurde das Priorat St. Ansgar von Gerleve unabhängig und selbstständig.

.

Das Herrenhaus, ein dreigiebliger Renaissancebau. ist eines der ältesten Herrenhäuser im Landkreis Stormarn. Ursprünglich war es als durchaus wehrhafter Bau errichtet worden, aber der ehemals vorhandene Wassergraben wurde grösstenteils zugefüllt und die Zugbrücke abgebaut.

Bereits 1951 wurde mit den Sanierungsarbeiten am ehemaligen Wasserschloss beginnen, weitere Restaurierungsmassnahmen folgten 1964 und 1975.

1996 wurde nach einem Architektenentwurf eine Neuordnung der Klosteranlage vorgenommen, in deren Verlauf man die Mönchszellen abriss und neu errichtete, ein neues Konventgebäude baute und das Herrenhaus komplett entkernte und bis 2006 einer Sanierung unterzog.

Das Herrenhaus beheimatet heute die gemeinschaftlich genutzten Räume, wie Kapitelsaal, Cellerariat, Novizität, Bibliothek, Musikzimmer, Kapelle und ein Gastzimmer. Mit dem neuen Konventgebäude wird das Herrenhaus durch ein neues Eingangsbauwerk auf zwei Ebenen verbunden; die im 20ten Jahrhundert errichtete markante Freitreppe sowie ihre Fortsetzung im inneren des Herrenhauses waren den Sanierungsarbeiten zum Opfer gefallen.

Von den ursprünglich behaltenen 84 Hektar Landbesitz des ehemaliges Gutes Nütschau bewirtschaften die Mönche heutzutage nur noch den Wald.
Das zuerst noch zu Ackerbau und Viehhaltung genutzte Land ist seit 1971 verpachtet.

> Google Maps <

– zurück zur Übersicht –

.