Klärwerk Köhlbrandhöft

1955 entstanden die Klärwerke der Hamburger Stadtentwässerung (seit dem Zusammenschluss mit den Hamburger Wasserwerken im Januar 2006 „Hamburg Wasser GmbH“) als zentrale Abwasserbehandlungsanlage.

Zuerst nur auf der künstlich geschaffenen Elbhalbinsel „Köhlbrandhöft“, ab 1988 dann auch mit einer biologischen Reinigungsanlage auf der Dradenau – verbunden durch eine 2.300 Meter lange unterirdische Leitung („Düker“ genannt) in achtzig Metern Tiefe.
Dieser Klärwerksverbund „bearbeitet“ circa 2,8 Millionen Einwohner (Industrie und Gewerbe noch nicht mitgezählt!), dabei fallen je nach Wetterlage zwischen vier und neunzehn Kubikmeter Wasser pro Sekunde an. Die Website von „Hamburg Wasser“ spricht hier von 150 Millionen Kubikmetern im Jahresschnitt.

Im Klärwerk Köhlbrandhöft werden durch mechanische Behandlung (Rechenanlage, Sandfang, Vorklärbecken) bis zu dreissig Prozent und somit ein Grossteil der Schmutzstoffe aus dem Abwasser entfernt.
Es folgt zur biologischen Reinigung ein Belebungsbecken, in dem die Stickstoff- und Kohlenstoffverbindungen im Abwasser durch Mikroorganismen und Sauerstoffzufuhr abgebaut werden, wobei sogenannter „Belebtschlamm“ gebildet wird.
Dieser Belebtschlamm wird im Nachklärbecken abgetrennt und als Rücklaufschlamm wieder ins Belebungsbecken geleitet.

So entsteht durch die anhaltende Vermehrung der Mikroorganismen ein Überschuss an Schlamm, der zur Faulung in die Faultürme („Faul-Eier“ im Volksmund) geleitet wird.
Die so anfallenden Reststoffe – Klärschlamm und Faulgas – werden von einem Tochterunternehmen verbrannt; der dabei entstehende Strom (immerhin ungefähr 72 Millionen Kilowattstunden pro Jahr) und die Abwärme (auch nochmal circa 74 Millionen Kilowattstunden) werden von der Stadtentwässerung abgenommen.

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