Kaispeicher A

Die erste Version dieses ehemaligen Lagerhauses auf dem Großen Grasbrook im Hamburger Hafen wurde 1875 durch Johannes Dalmann erbaut – im Zuge der Umgestaltung des Grasbrookhafens zum offenen Tidehafen auf der sogenannten „Johns’schen Ecke“, einem Höft zwischen Sandtorhafen und Grasbrookhafen. Der Begradigung der Kaizunge geschuldet entstand das Gebäude mit einem markanten trapezförmigen Grundriss, der sich auch im zweiten Bau wieder findet.

Das zu Ehren Wilhelms I. auch „Kaiserspeicher“ genannte Backstein-Gebäude war unterkellert und hatte über seinen hauptsächlich für den Warenumschlag genutzten Parterregeschoss vier Böden für die längerfristige Lagerung. An den Fassaden war das Gebäude mit diversen Hebevorrichtungen – hauptsächlich hydraulischen Kränen sowie Dampfkränen ausgerüstet, die bis zu 1.500 Kilogramm schwere Lasten direkt von Bord der Schiffe bis zu den Luken der vier Böden heben konnten.

Für den landseitigen Abtransport der Güter waren Eisenbahngleise an beiden Kais sowie bins in den Innenhof des „Kaiserspeicher“ verlegt, dessen Turm samt Zeitball auf der Spitze ein schon von Weitem sichtbares Wahrzeichen des Hamburger Hafens war.

Nach Zerstörungen aus dem Zweiten Weltkrieg wurde 1963 der gebliebene Turm gesprengt und Platz  abgerissen und Platz für ein neues Gebäude nach einem Entwurf von Werner Kallmorgen geschaffen.

Dieser neue „Kaispeicher A“ wurde auf eintausendeinhundertelf Betonpfählen errichtet, die man durch den Elbschlick und andere weiche Schichten bis in die tragfähigeren Ebenen des Bodens gerammt hat. Jeder dieser circa 50 Zentimeter starken Pfähle war dabei für eine Tragkraft von 160 Tonnen ausgelegt.
Das in Form eines ungleichmässigen Trapez errichtete Gebäude hatte an den langen Seiten 108 und 85 Meter Länge und war insgesamt 30 Meter hoch.

Vor Allem Kakao und Kaffee waren es, die hier von den Schiffen gelöscht und im Kaispeicher A gelagert worden, der im Gegensatz zu den Gebäuden der Speicherstadt als einziges Lagerhaus direkt an seetiefem Wasser lag.

Ab den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts ging mit Beginn des Container-Umschlags der Bedarf für solche Lagerflächen stark zurück, so dass der Kaispeicher A nur vergleichsweise kurz vollständig ausgelastet war.

Seit 2005 entsteht auf den Fassaden des zu diesem Zweck komplett entkernt und innen neu aufgebauten Gebäudes nach Plänen der Schweizer Architekten Herzog & de Meuron die „Elbphilharmonie“, die die Höhe des alten Lagergebäudes um 73 Meter ergänzt.

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