Hotel Hafen Hamburg

Das „Hotel Hafen Hamburg“ in der Seewartenstrasse, gelegen auf dem „Balkon zum Hafen“ oberhalb der St. Pauli Landungsbrücken, ist trotz vieler moderner Neubauten auch heute noch ein markanter Bestandteil der Skyline Hamburgs.

Das klassizistische Gebäude entstand Mitte des 19ten Jahrhunderts (Grundsteinlegung war 1858) als von Spenden der Seemannskasse, Reedern und Kapitänen errichtetes Seemannsheim der Hansetadt Hamburg. Während der beiden Weltkriege, die das Gebäude ohne grösseren Schaden überstand, wurde es zuerst für Ausbildungszwecke der Marine genutzt und geriet dann durch Beschlagnahme in Besitz der Royal Navy.

Als es von der Navy wieder freigegeben wurde und zurück an die Stadt fiel, stellte das Wohnungsamt die Räume dem Hydrographischen Institut, dem Schifffahrts- und Verkehrsamt sowie dem Tropeninstitut zur Verfügung. Gleichzeit wurden Teile des Gebäudes allerdings auch wieder als Seemannsheim genutzt.

Ab 1975 jedoch stand das Gebäude leer, weil sein Betrieb sich für die Stadt Hamburg einfach nicht mehr rentierte. 1979 schliesslich gelangte das mittlerweile sehr heruntergekommene Gebäude in den Besitz des Hamburger Unternehmes Wilhelm „Willi“ Bartels, der als Besitzer vieler Grundstücke auf St. Pauli den Spitznamen „König von St. Pauli“ trug.

Noch im gleichen Jahr wurde das Hotel Hafen Hamburg nach umfangreichen Renovierungsarbeiten mit 105 Zimmern eröffnet. Von Anfang an legte man grossen Wert auf Persönlichkeit und hanseatisches Flair (unter Anderem wurden viele Einrichtungsgegenstände vom Inhaber persönlich ausgesucht) und erreichte somit von Beginn an hohe Auslastungszahlen.
Schnell musste mehr Platz her, und so wurde das ehemalige Schwesternheim des Hafenkrankenhauses dazugekauft und ebenfalls in Hotelzimmer umgebaut. Als Verbindung der beiden Gebäude und gleichzeitig (im Wortsinne) herausragende Landmarke wurde der markante, 62 Meter hohe Turm errichtet und 1987 feierlich eröffnet.

Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts entstand ein neuer, separater Gebäudekomplex als „Hotel Residenz Hafen Hamburg“, der Tagungsräume und weitere Zimmer enthielt. Dieses 1995 eröffnete Hotel gab sich nicht so rustikal wie das „Hotel Hafen Hamburg“, sondern eher moderner – markant sind die gläsernen Ellipsen auf dem Dach, die einen grandiosen Panoramablick über den Hafen ermöglichen.

Trotz des Neubaus und der mittlerweile 670 Betten konnten die Anfragen nach Tagungsräumen noch immer nicht ausreichend erfüllt werden, und so entstand rasch Bedarf für eine erneute Erweiterung.

Etwas spektakuläres sollte her, vergleichbar mit dem 1987 eröffneten Turm.
Schnell entstand die Idee eines komplett verglasten Bankettsaals auf dem Dach des Gebäudes – aber es gab Probleme mit der Stabilität des Gebäudes, so dass zuerst das Dach und die komplette vierte Etage abgetragen werden mussten, bevor eine neue vierte und nun auch fünfte Etage aufgesetzt werden konnten.
Ende 1999 – rechtzeitig zum 85. Geburtstag Willi Bartels – war die „Elbkuppel“ auf dem Dach des Hotels fertiggestellt.

Von März 2000 bis Ende 2005 fand sich einmal im Monat der NDR in dem gläsernen Saal ein, der den Raum für seine Talk-Sendung „Herrmann & Tietjen“ nutzte.  Der Hafenspaziergänger konnte dies immer gut daran erkennen, dass der südöstliche Teil der Kuppen bläulich-hell erleuchtet war.
Später kam es in der Sendung zu mehreren Moderatoren- und Ortswechseln; seit März 2006 kommt sie aus den Messehallen Hannover.

Anfang dieses Jahrtausends kam es erneut zu umfangreichen Renovierungsarbeiten und einer langsamen Zusammenlegung beider Hotels zum „Hotel Hafen Hamburg“. Unterteilte man diese anfangs noch in „Classic“ und „Residenz“, fielen diese beiden Namenszusätze schliesslich 2006 weg.

Entstanden war mit nunmehr über 350 Zimmern eines der grössten Hotels Norddeutschlands, weltweit bekannt und beliebt – und mit einer durchgehend bei 90% liegenden Zimmerauslastung im Spitzenbereich der Hamburger Hotellerie.

Das Unternehmen wuchs weiter durch das 2007 – nur wenige Tage vor dem Tod Willi Bartels – eröffnete „Empire Riverside Hotel“ an der Ecke Bernhard-Nocht-Strasse und Davidstrasse, das die Skyline St. Paulis nach Westen hin abschliesst und zusammen mit dem Hotel Hafen Hamburg den „DWI Tower“ (der ehemalige „Astra-Lolli“), das „Atlantic-Haus“ sowie die an der Reeperbahn stehenden „Tanzenden Türme“ des Architekten Hadi Teherarni) „einklammert“.

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