Gutshof Perdoel

Das 1192 erstmals urkundlich erwähnte Gut Perdoel am Stolper See im heutigen Belau in Kreis Plön hat heute nur noch ungefähr ein Achtel seiner ursprünglichen Grösse. Ursprünglich erstreckte das adeliger Rittergut sich über die heutigen Regionen von Belau, Depenau, Stolpe und Ruhwinkel sowie Schönböken.

Knapp 400 Jahre nach seiner ersten Erwähnung (1551 etwa) wurde das Gut im Zuge eines Erbes in Perdoel und Depenau aufgeteilt, noch einmal einhundert Jahre später erschien es erstmals auf einer Landkarte im Atlas des ehemaligen Husumer Bürgermeisters Caspter Dankwerth.

Unter Maria Hedwig von Ahlefeld – aus dem gleichnamigen alten holsteinischen Adelsgeschlecht – wurde Mitte des achtzehnten Jahrhunderts das noch heute sichtbare Torhaus errichtet.

Circa 1800 baute man ein 45×45 Meter grosses Herrenhaus mit 100 Zimmern, das jedoch nur 54 Jahre später einem Brand zum Opfer fiel.
Es dauerte weitere 44 Jahre, bis ein gründerzeitliches Herrenhaus errichtet wurde, das 1951 unter englischer Besatzung wegen Pilz- und Schwammbefall gesprengt werden musste.

1902 ging das Gut Perdoel in den Besitz der Familie Hirschberg über, der es noch heute gehört und die in einem 1948 zu einem reetgedeckten Anwesen umgebauten ehemaligen Pferdestall wohnt.

Heute ist das Gut Perdoel ein hauptsächlich auf Ackerbau spezialisierter Betrieb. Mais, Raps, Weizen, Gerte und Roggen sind die angebauten Sorten. Forstwirtschaft und die Vermietung ehemaliger Landarbeiterkaten als Ferienwohnungen sowie seit 2004 die Energiewirtschaft (Solardächer und eine Biogasanlage) sind weitere Standbeine des Guts.
Zwar gehören Belauer See und Schierensee zum Gut, jedoch sind die Fischereirechte verpachtet.

Zuletzt wurden die Aktivitäten auf den Betrieb der Perdoeler Mühle mit einem Ausflugs-Café und einem Campingplatz ausgedehnt.

Die um 1720 im Zuge eines Ausbau des Guts an die Alte Schwentine und den Auslauf des Belauer Sees verlegte Wassermühle  war lange Zeit ein beliebtes Ausflugsziel der Region. Ein Gasthaus wurde dort seit Ende des 18ten Jahrhunders betrieben: Das 1761 verbriefte „Staurecht“ erlaubte dem Müller neben dem Mahlen auch das Brennen und Brauen sowie den Ausschank, und so vertrieben bereits die Bauern der Region sich die Zeit während des Mahlens gerne im Gasthaus.

1934 wurde das Mühlrad durch eine Turbine zur Stromerzeugung ersetz, die nach wie vor funktionsfähig ist.

> Google Maps <

 

– zurück zur Übersicht –