Gut Wahlstorf

Das Gut Wahlstorf mit seinem an der Schwentine und am Südufer des Lanker Sees gelegenenen Herrenhaus geht auf eine Wasserburg aus dem Fünfzehnten Jahrhundert zurück und hat angesichts einiger spätmittelalterlicher Elemente eine hohe baugeschichtliche Bedeutung.

Der eigentliche Gutshof mit dem Herrenhaus – ab 1469 von Detlev von Thienen als Wasserburg errichtet – liegt auf einer künstlichen Insel zwischen der westlich liegenden Schwentine und einem von ihr gespeistem Wassergraben.

Das ursprüngliche Wasserschloss, ein  zweigeschossiges Doppelhaus aus Backstein mit zwei Satteldächern und Treppengiebeln, war unmittelbar von einem Wassergraben umflossen. Einziger Zugang war über einen Treppenturm an der Hofseite über eine Zugbrücke oder Leiter möglich, was zusammen mit den kleinen und hochgelegenen Fenstern im Erdgeschoss unissverständlich klar machte, dass dieses Gebäude auf effektive Verteidigung durch nur wenige Menschen ausgelegt war.

Bei späteten Umbauten – Expertenmeinungen zufolge im 16. Jahrhundert – wurde der äussere Wassergraben angelegt, was den direkt das Herrenhaus umfliessenden Wasserlauf unnötig machte, so dass er 1613 zugeschüttet wurde. Durch einen neuen Giebelvorbau neben dem Treppenturm schuf man zur gleichen Zeit einen ebenerdigen Zugang zum Gebäude.

Anfang des 18. Jahrhunderts wurden die Satteldächer und Treppengiebel durch Wamdächer ersetzt und die Fenster im Erdgeschoss auf die heutige Grösse erweitert. Gleichzeitig verlegte man die Treppe, so dass die Eingang fortan über den ehemaligen Treppenturm erfolgen konnte.

Ein 1581 unter Claus von Thienen errichtetes Torhaus wurde im 19. Jahrhundert abgebrochen, ebenso wie viele Wirtschaftsgebäude entlang der hunderte Meter langen Lindenallee, die zum Gut gehörte.

Ebenfalls Ende des 16ten Jahrhunderts entstand die grosse Weizenscheune als Fachwergbau. die Ende des 17. Jahrhunderts verlängert wurde. Im 18. Jahrhundert kam eine Kornscheune dazu.

Das Gut geriet 1469 (Kauf durch Detlef von Thienen von Lüder von Rumohr) in den Besitz der Familie von Thienen, die bis in das 18. Jahrhundert ununterbrochen Besitzer blieb.
Erst durch eine Heirat der späteren Erbin Elisabeth Christine von Thienen 1736 mit dem Königlich Dänischen Kammerherrn und späteren Königlichen Oberzeremonienmeister Mogens Scheel von Plessen gelangte das Gut in den Besitz der Famile von Plessen (genauer: der lehensgräflichen Linie Scheel-Plessen).

Weil die Familie von Plesse aber dass Gut Sierhagen als Hauptsitz nutzte, stand Wahlstorf im 19. Jahrhundert leer und wurde erst wieder seit dem 20. Jahrhundert bewohnt.

Das Gut beherbergt die wissenschaftlichen Sammlungen Victor Barons von Plessen (1900 bis 1980) und befindet sich im Besitz einer Stiftung, deren Statuten ein Wohnrecht für die Nachfahren des Barons vorsehen.

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