Fleetschlösschen

Noch bis 1865 stand hier die zu St. Katharinen gehörende St. Annen-Kapelle, als ein grosser Teil des berühmten Hamburger Gängeviertels sich noch bis auf den Grossen Grassbrook erstreckte.

Als von 1885 bis 1927 die Speicherstadt als seinerzeit grösster zusammenhängender Lagerhauskomplex der Welt eingerichtet wurde, musste die Kapelle weichen, und das heute als „Fleetschlösschen“ bekannte Gebäude wurde an der Kreuzung Brooktorkai und St. Annen-Brücke im Stil des norddeutschen Backstein-Expressionismus errichtet.

Das bereits als zweites Bauwerk des gesamten Areals errichtete Häuschen diente dem Zollamt Kornhausbrücke als Zollhaus:  Alle Schuten, die auf den Fleeten mit Waren aus den Frachtseglern zu den Lagerhäusern fuhren, mussten hier vorbei kommen und ihre Waren dort registrieren lassen.

Durch Erweiterungen des Freihafengebiets wurde das Gebäude bereits 1888 wieder frei, und die Feuerwehr nutzte es seitdem als Brandwache in der Speicherstadt.

Anfang 1961 wurde das Gebäude als Drehort für die Edgar Wallace-Verfilmung „Die toten Augen von London“ berühmt – die Themse-Szenen aus dem Film entstanden hier unter der Leitung von Regisseur Alfred Adolf Vohrer.

Vielen Quellen zufolge beheimatete das Gebäude ab den 1960er Jahren eine öffentliche Toilette – allerdings verweisen genauso viele Quellen diese Behauptung in das  Reich der Legenden.
Oftmals heisst es auch, das Gebäude sei lange eine Kaffeeklappe für die Hafenarbeiter gewesen, aber auch hier finden sich viele anderslautende Texte.

Sichergestellt ist, dass das „Fleetschlösschen“ seit 1991 unter Denkmalschutz besteht.

Nach langen Jahren des Leerstands gab es bereits 1996 eine öffentliche Ausschreibung für eine gastronomische Nutzung des ehemaligen Zollhäuschens, aber erst 2005 – ein Jahr, nachdem die Freihafengrenze aufgehoben wurde – wurde hier ein kleines Café eröffnet, das auch heute noch mit internationaler Küche für kulinarische Vielfalt auf dem Grossen Grasbrook sorgt.

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