Fehmarnsundbrücke

Die Fehmarnsundbrücke ist mehr als nur eine kombinierte Straßen- und Eisenbahnbrücke, die die Ostseeinsel Fehmarn mit dem Festland bei Großenbrode verbindet.

Vielmehr ist das 1963 eröffnete wichtige Teilstück der „Vogelfluglinie“ neben Holstentor in Lübeck sowie dem Leuchtfeuer Westerheversand auf Eiderstedt ein echtes Wahrzeichen des Bundeslands Schleswig-Holstein.

Zusammen mit seinen 337 Meter langen Rampen überspannt das 963 Meter lange und 21 Meter breite Brückenbauwerk den Fehmarnsund. Es bietet der Schiffahrt auf 240 Metern Breite eine Durchfahrtshöhe von 23 Metern (über Norma Null). Der markante Bogen der Brücke – der ihr im Volksmund den Spitznamen „Kleiderbügel“ einbrachte – ist 268,5 Meter lang und hat seinen höchsten Punkt 45 Meter über der Fahrbahn.

Erste Planungen für eine Brücke – damals als reine Eisenbahnbrücke gedacht – gehen auf das Jahr 1912 zurück.
Neuere Planungen, die auch eine Autobahn beinhalteten, gab es nach der Besetzung Dänemarks durch Deutschland. Die 1941 begonnenen Arbeiten musten allerdings 1942 kriegsbedingt abgebrochen werden.

Der Bau an der heutigen Netzwerkbogenbrücke, die unter Zusammenarbeit der Ingenieure Fischer, Jahnke und Stein (Oberhausen) sowie des Architekts Gerd Lohmer entworfen wurde, begann im Januar 1960.  Bauherren waren die Bundesbahndirektion Hamburg und das Landesamt für Straßenbau Schleswig-Holstein.

Wegen des strengen Winters 1962/1963 musste die Brücke bereits im Januar 1963 mit einer Sondergenehmigung und jeweils auf eigene Gefahr zur Nutzung freigegeben – der Fährverkehr zur Insel war für mehrere Wochen zum Erliegen gekommen und es musste ein Weg her, die Versorgung der Inselbewohner sicherzustellen.

Offizielle Einweihung der Brücke war der 30. April 1963.

Dem „Kalten Krieg“ Rechnung tragend, wurden seinerzeit in der landseitigen Rampe zur Brücke sechs Sprengschächte eingerichtet, um die Brücke schnell unpassierbar machen zu können, wenn „der Russe kommt“. Mittlerweile sind diese Schächte zurückgebaut.

Im Juni 2010 wurden an der seit 1999 unter Denkmalschutz stehenden Brücke durch die Deutsche Bahn AG umfangreiche Belastungstests und Messungen durchgeführt, um den Zustand der Brücke sowie ihre Eignung für einen geplanten Ausbau festzustellen. Erst im Dezember 2012 wurde bekannt, dass die Brücke den höheren Belastungen durch geplante feste Fehmarnbeltquerung nicht wird genügen können.

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