Eidersperrwerk

Das größte deutsche Küstensperrwerk befindet sich bei Tönning an der Mündung der Eider.

Nachdem Tönning 1962 von der großen Sturmflut erfasst wurde, entschied man sich nach einigen Planungen gegen die Erhöhung der Deiche und für die Errichtung eines Sperrwerks, das dann am 20. März 1972 nach knapp sechs Jahren Bauzeit – von vielen gefeiert als “Jahrhundertbauwerk” – eingeweiht werden konnte.

Nicht zuletzt aufgrund der schwierigen Strömungsverhältnisse an der Eidermündung beliefen die Baukosten sich auf 170 Millionen DM. Die Deichlinie allerdings konnte dadurch von 60 auf nur noch 4,8 Kilometer verkürzt werden.
Der doppelten Sicherheit wegen wurde das Sperrwerk als Kombination von zwei separaten Reihen mit jeweils fünf Toren sowie einer ebenfalls doppeltorigen Schleuse für den Schiffsverkehr konzipiert. Durch das Bauwerk führt ein 236 Meter langer Straßentunnel (als kürzeste Verbindung von Dithmarschen auf die Halbinsel Eiderstedt), darüber hinweg ein Weg für Fußgänger, von dem aus sich der Blick auf Eider und Eidermündung sowie das direkt angrenzende Naturschutzgebiet “Katinger Watt” bietet.

Direkt am Eidersperrwerk befindet sich ein zu Tönning gehörender Hafen, in den die meisten Fischkutter der Stadt der Nähe zu ihren Fanggründen wegen übergesiedelt sind.

Die Zahlen zum Bauwerk lesen sich beeindruckend: 48.000 m³ Beton, 7.000 m³ Spannbeton, 6.000 Tonnen Beton- und Spannstahl, 15.800 laufende Meter Stahlpfähle, 18.000 m² Spundwände und 96.000 Tonnen Felsbruchstein wurden im Eidersperrwerk verbaut.
Jedes der circa 40 Meter breiten Tore wiegt 250 Tonnen und bietet eine Staufläche von 400 m². Die ölhydraulisch angetriebenen Bauteile schliessen sich in vier wählbaren Geschwindigkeits-Stufen zwischen 0,22 und 0,66 Metern pro Minute.

Das Eidersperrwerk, das eine Fläche von circa 2.000 Quadratkilometern schützt, wird übrigends Feststellungen der Hamburger Fachhochschule zufolge 2x pro Tag um Millimeter von seinem ursprünglichen Platz bewegt – also bei jedem Tidenwechsel, und zwar alleine durch die Anziehungskraft des Mondes. Immerhin laufen bei jeder Tide circa 30 Millionen Kubikmeter Wasser durch die Tore des Bauwerkes.

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