Bunthäuser Spitze

Bevor der Hamburger anfing, den Lauf des Wassers zu beeinflussen, war die Süderelbe der Hauptarm der Elbe, während die Norderelbe wenig Wasser führte und somit nur ein Nebenarm war.
Das bedeutete Nachteile für die Hansestadt, zumal man per 1189 von Kaiser Barbarossa verliehenem “Stapelrecht” alle Schiffe zwingen konnte, in der Hansestadt vor Anker zu gehen und ihre Waren dort mindestens einen Tag lang zum Verkauf anzubieten – und natürlich Zoll zu entrichten. Da die Süderelbe aber mehr Wasser führte, nutzten viele Kaufleute und Schiffseigner diese Möglichkeit, den Zoll und Stapelzwang zu umgehen.

1395 kaufte Hamburg von den Grafen zu Schauenburg und Holstein die Marschlande samt der Insel Moorwerder und konnte fortan den Schiffsverkehr auf dem Fluss besser durch den Einsatz bewaffneter Schiffe (sogenannte Auslieger, wie beispielsweise in Moorwerder stationiert) kontrollieren. An der Anlegestelle des hier stationierten Schiffes wurde schnell ein Wachhaus errichtet, woher sich aller Wahrscheinlichkeit nach der Namen des Ortes – “Bunthaus” – ableiten dürfte.

Mit Einsetzen des 18. Jahrhunderts nahm Hamburg wasserbauliche Maßnahmen in Angriff, um die Strömungsverhältnisse auf der Elbe zugunsten des Nord-Armes zu verändern.
Dies und Hamburgs von Barbarossa verbrieften Privilegien führten zu einem Jahrhunderte währenden Streit, der nach Prozessen und gewaltsamen Auseinandersetzungen schliesslich durch die drei “Köhlbrandverträge” zwischen Preussen und der Hansestadt (1868, 1896 und 1908) ein Ende fand.

Zur Aufteilung der Wassermengen der Elbe wurde von 1870-71 und 1910 ein Leitdamm gebaut, um somit beiden Elbarmen gleich viel Wasser zuzuführen, was ebenfalls zur Schlichtung der jahrelangen Streitigkeiten beitrug.

1913 wurde an dieser Elbteilung auf der Bunthäuser Spitze ein Leuchtfeuer erbaut, das 1914 Betrieb ging.
Das Orientierungsfeuer auf knapp 14,75 Metern über “Hamburg-Null” wurde 1958 auf zwei Glühbirnen zu je 60 Watt umgerüstet und 1977 abgeschaltet.

1978 wurde ein Wanderweg zum Leuchtfeuer errichtet; 1989 anlässlich des 800sten Hafen- Geburtstages erfuhr es eine Renovierung.
Davon ist zumindest bei meinem Besuch dort 2006 leider dank mehrerer verhinderter Graffitti-”Künstler” nicht mehr viel zu sehen gewesen…#

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