Boudicca

Das heute von der norwegisch-britischen Reederei Fred Olsen Cruise Line betriebene Kreuzfahrtschiff „Boudicca“ (nach der keltischen Königin, die circa im Jahre 60 nach Christus gegen die Besetzung Britanniens durch die Römer kämpfte) wurde ursprünglich 1973 als „Royal Viking Sky“ für die Royal Viking Line gebaut.

Damit ist sie eines von drei auch heute noch nahezu identischen Schiffen – neben der „Royal Viking Star“ und „Royal Viking Sea“, die heute als „Black Watch“ bzw. „Albatross“ fahren.

Am 1. Dezember 1971 erfolgte die Kiellegung bei der Wärtsila-Werft in Helsinki. Stapellauf war am 25. Mai 1972, und im Juni 1973 wurde das 177,7 Meter lange und mit höchstem Luxus für ein sehr wohlhabendes Publikum ausgestattete Schiff fertiggestellt und ausgeliefert.
536 Passagiere fanden dabei überwiegend in grossen Zimmern und Suiten Platz, die Besatzung war 234 Mann stark.

Im Herbst 1982 wurde das Schiff bei der „Weser“ in Bremerhaven um 28 Mezer auf nun knapp 206 Meter verlängert, wodurch nunmehr 812 Passagiere an Bord Platz fanden – eine Änderung, die bei den Gästen nicht auf grosse Gegenliebe stiess, wie die bald zurückgehenden Buchungszahlen belegten.

Ab September 1991 fuhr das mittlerweile auf Kloster Cruise umregistrierte Schiff unter dem Namen „Sunward“, bevor es im Mai 1992 an die finnische Birka Line verkauft wurde, die es auf der norwegischen Hortens Werft überholen liess und den Namen auf „Birka Queen“ änderte.

Nach einigen Fahrten zwischen Stockholm, Riga und St. Petersburg wurde das Schiff schon im Oktober 1992 an Kloster Cruise verchartet, die es wieder in „Sunward“ umbenannte.

Nur ein knappes halbes Jahr später chartete Princess Cruises das Schiff, um es unter dem Namen „Golden Princess“ einzusetzen.

Zu Beginn des Jahres 1997 kaufte die in Singapur ansässige Star Cruises Private das Schiff und taufte es um auf „SuperStar Capricorn“.
Nach einem finanziell fehlgeschlagenen Versuch, das Schiff für Casino-Fahrten ab New York einzusetzen, wurde das Schiff 1998 für fünf Jahre an die Hyundai Merchant Marine verchartert und unter dem Namen „Hyundai Keumang“ für Pilgerreisen eingesetzt.

Hyundai Merchant Marine ging im Oktober 2001 konkurs und das Schiff gelangte wieder an Star Cruises Private, die es wieder zurück in „SuperStar Capricorn“ umtauften und Kreuzfahrten von Südkorea aus anboten.

Anfang 2004 wurde das Schiff von einer spanischen Reederei gekauft und als „Grand Latino“ im Mittelmeer eingesetzt, bevor es im Januar 2005 von Fred Olsen Cruise Lines gekauft und Ende des Jahres vorerst letztmalig in „Boudicca“ umgetauft wurde.

Nach umfangreichen Modernisierungsmaßnahmen im gleichen Jahr in Hamburg wird das knapp 207 Meter lange und etwas über 25 Meter breite Schiff mit einem Tiefgang von bis zu 7,55 Metern von vier MAN-Dieselmotoren angetrieben, die es auf insgesamt etwas über 19.000 PS bringen und die „Boudicca“ mittels zweier Festpropeller auf bis zu 20 Knoten (ungefähr 37 km/h) beschleunigen.

Um bis zu 880 Passagiere an Bord kümmert sich auf den Fahrten ins Mittelmeer (Herbst bis Frühjahr) und in die Ostsee-Region sowie norwegische und arktische Gewässer (Sommer) eine 329 Mann starke Besatzung.

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