Borsteler Hafen

Der Borsteler Hafen, erstmals urkundlich im Jahre 1651 erwähnt, wurde 1970 im Zuge der Elbeindeichung stillgelegt, und seine und seine wichtige Rolle für das Alte Land ist heute nur noch zu erahnen.

Zu seiner Blütezeit Ende des 18ten Jahrhunderts bot er knapp 60 Schiffen Heimat: Neben 46 Jollen lagen hier auch zwölf Ewer und ein Schiff, die – grösstenteils auf eigene Rechnung – den Warenaustausch zwischen Altem Land und den Städten bestritten. Die Güter der Obstplantagen und andere landwirtschaftliche Erzeugnisse wurden hier auf den Weg gebracht, während andere Kaufmannsgüter in Empfang genommen wurden.

Die Anfänge des Hafens liegen dabei noch viel weiter zurück: Man vermutet, dass bereits Anfang des neunten Jahrhunders an der Mündung der Zester ein Schiffslandeplatz bestand, der Anfang des 15ten Jahrhunderts nach einer verheerenden Sturmflut nach Borstel verlegt wurde. Im 16ten Jahrhundert wurde der Handel mit Hamburg aufgenommen: Vor Allem Gerste und Getreide für die Bierbrauer, aber auch Hanf und Meerrettich wurden verschickt, und als Ende des Jahrhunderst das Einfuhrverbot fiel, folgte endlich auch das Ost aus dem Alten Lande.

Seit Mitte des 17ten Jahrhunderts unter schwedischer Herrschaft stehend, gelangte der Borsteler Gutshof samt Mühle 1672  in den Besitz des Gouverneurs Graf Königsmarck.
Wie schon eingangs erwähnt, war der Hafen bereits 1651 erstmals in einer Urkunde erwähnt worden; seit 1675 sollen hier zwei Schiffszimmerer vor Ort gewesen sein.

1750 folgte die Gründung einer Schiffergenossenschaft, es existieren Belege für Fahrten nach Bremen, Altona, Hamburg und Holstein sowie eine Werft.

Nach Eingliederung ins Napoleonische Reich und der Kontinentalsperre erlebte der Obsthandel Mitte des 19ten Jahrhunderts einen Aufschwung. Die Fahrten der mittlerweile 82 hier registrierten Schiffe führen sie nach Amsterdam, Danzig, Kopenhagen, London, St. Petersburg und Stockholm. Gegen Ende des Jahrhunders gehörten nach Errichtung einer Ziegelei auch Ziegel zu den vom Borsteler Hafen aus verschickten Gütern.

Von 1896 bis 1953 bestand sogar eine feste Dampferlinie zwischen Hamburg und dem Borsteler Hafen, der 1930 wegen zu hoher Renovierungskosten von der Schiffergenossenschaft in den Besitz der Gemeinde Borstel wechselte.

Im Zuge der Eindeichung der Binnenelbe vor Hahnöfersand wurde der Hafen 1970 stillgelegt.

 

Borstel, heute ein Ortsteil der Gemeinde Jork im Alten Land, wurde selber bereits 1221 erstmals erwähnt – als Kirchgemeinde „St. Nikolai-Borstel“. Die St. Nikolai-Kirche stand ursprünglich auf Hahnöfersand und wurde, nachdem sie Sturmfluten zum Opfer fiel, nach der Cecilienflut 1412 an ihrem jetzigen Standort neu aufgebaut.

1972 wurde Borstel in die Gemeinde Jork eingegliedert.

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