Beilstein

Als „Dornröschen an der Mosel“ wird der hübsche kleine Touristenmagnet Beilstein bezeichnet, der an der Aussenseite einer Moselschleife gegenüber des Weindorfes Ellenz-Poltersdorf liegt – mitten in den „Moselkrampen“, die von Ernst bis Bruttig reichen.

Der Ort weist eines der besterhaltendsten historischen Ortsbilder an der Mosel auf, was ihm neben dem bereits erwähnten Beinamen auch den Spitznamen „Miniatur-Rothenburg“ eingebracht hat.

Erste Besiedelungen des Orts lassen sich anhand fränkischer Gräberfunde bereits auf eine Zeit um 800 nach Christus datieren, seit 1268 war der Ort Lehnsbesitz der Herren von Braunshort, 1309 unter Johann von Braunshorn durch König Heinrich VII mit Stadprivilegien ausgestattet und befestigt.
Aus dem gleichen Jahr existieren Belege einer jüdischen Gemeinde, deren Friedhof oberhalb der Burgruine Metternich noch heute Bestand hat. Für das Jahr 1310 geht aus den Urkunden die Stiftung einer Pfarrkirche hervor.

Mit dem Aussterben derer von Braunshorn fiel Beilstein 1360 an die Familie von Winneburg, deren Burg als Ruine noch heute über der Stadt Cochem zu sehen ist.

Ende des 15ten Jahrhunders hatte Kurtrier – eines der ursprünglich sieben Kurfürstentümer des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nationen – Beilstein in Besitz genommen, das fast zweihundert Jahre später – im Jahre 1652 – die Reichsgrafen von Metternicht mit der „Herrschaft Winneburg und Beilstein“ belehnte, nachdem zwischenzeitig (1636) ein Karmeliterkloster gegründet worden war (das allerdings 1803 aufgehoben wurde).

1689 wurde die stolze Burg Metternich (erstmals erwähnt 1268) durch französische Truppen zerstört.

1691 wurde der Grundstein zur Karmeliter-Klosterkirche gelegt, deren 1783 beendeter Bau das Ortsbild heute maßgeblich prägt und die mit der „Wunderbaren Schwarzen Madonna“ sowie einer Orgel von Balthasar König (gebaut 1738, restauriert 2002) das Ziel vieler Pilger ist.

Mit der Besatzungszeit durch französische Revolutionstruppen endete 1794 die Herschaft der Reichsgrafen von Metternich, und bis 1814 gehörte der Ort zum Kanton Zell im Rhein-Mosel-Département und war dabei Hauptort einer Mairie (unterste französische Verwaltungseinheit seinerzeit).

Auf dem Wiener Krongress von 1815 wurde Beilstein dem Königreich Preußen zugesprochen und gehörte dort zur Bürgermeisterei Senheim im Kreis Zell.
Seit 1946 ist er Teil des Bundeslandes Rheinland-Pfalz.

Beilstein, das heute zum Landkreis Cochem-Zell gehört, diente als Kulisse zahlreicher Heimatfilme. Unter Anderem wurde hier mit Curd Jürgens („Der Schinderhannes“), Heinz Rühmann („Wenn wir alle Engel wären“) und Paul Klinger („Das Verlegenheitskind“) gedreht.

Heute leidet der Ort unter seiner Schönheit und der Geschichte – die Touristen werden in riesigen Massen mit Bus und Schiff herbeigekarrt und wälzen sich einem einzigen grossen Tier gleich durch die wenigen engen Gassen des wunderschönen Ortes.

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