Atair

Die von September 1986 bis April 1987 für damals knapp 28 Millionen Deutsche Mark auf der Kröger-Werft in Schacht-Audorf gebaute „Atair“ ist eines von fünf Forschungs- Vermessungs- und Wracksuchschiffen des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie in Hamburg.
Reeder der  „Atair“ ist die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur; Taufpatin des Schiffs mit dem hellsten Stern im Sternbild „Adler“ als Namensgeber war im Juli 1987 die Ehefrau des damaligen Bundesministers für Verkehr, Herta Dollinger.

Das von einem 600 Kilowatt starkem Siemens-Elektromotor mit einem Festpropeller angetriebenen Forschungsschiff erreicht eine Geschwindigkeit von 11 Knoten. Der Fahrmotor und das elektrische Bordnetz werden dabei von zwei mit Diesel betriebenen Generatoren mit jeweils 460 Kilowatt Leistung versorgt, dazu kommt ein weiterer Dieselgenerator mit knapp 104 KW (als Hafengenerator) sowie ein Notgenerator mit knapp elf KW Leistung.

Wenn das mit einem eisverstärkten Rumpf ausgestattete Schiff im Hafen manövriert werden muss, kommt ein 400 KW starkes Bugstrahlruder zum Einsatz.

Seit der Indienststellung am 3. August 1987 wird die „Atair“ grösstenteils in den deutschen Küstengewässern für Wracksuch- und Vermessungsarbeiten sowie zur Wartung von Bojen zur Seegangsmessung eingesetzt. Zur dafür benötigten Ausstattung gehören neben Sonar und Vertikal- und Fächerecholoten auch mehrere Krane (darunter ein Arbeitskran mit 12,5 Meter Ausladung) und zwei Flachwasser-geeigneten Vermessungsbooten von je 7,4 Metern Länge, die ebenfalls mit Echoloten und Geräten zur Datenerfassung ausgerüstet sind und somit in flachen Geländern autark arbeiten können.

Neben mehreren Laboren und Stellplätzen für weitere Labor-Container (zwei Zwanzig-Fuss-Container und ein bis maximal drei (bei Weglassen der Vermessungsboote) Zehn-Fuss-Container) gehören auch eine komplette Tauchausrüstung sowie ein ferngesteuertes Unterseeboot zur Ausstattung der „Atair“.

Alleine in ihren ersten fünfzehn Dienstjahren hat die mit sechzehn Besatzungsmitgliedern und bis zu sieben Wissenschaftlern besetzte „Atair“ in ihren Einsatzgebieten (hauptsächlich die Nordseeküste mit Flussmündungen, Zwölfmeilenzone und deutscher Wirtschaftszone in der Nordsee) circa 150.000 Seemeilen zurückgelegt und den Seekarten über 300 bis dahin unbekannte Wasserhindernisse hinzufügen können.

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