Alter Krahnen, Trier

Das Bauwerk, auch “Trierer Alter Moselkran” genannt, heisst offziell “Der Alte Krahnen” und steht seit 1413 am heutigen “Krahnenufer” auf der rechten Moselseite.
Der Turmdrehkran mit seinem Getriebe aus Eichenholz (von 1778 und 1863) soll bis zu zwei Tonnen heben können und ist ein kulturhistorisches , industrielles und wirtschaftliches Wahrzeichen der Domstadt an der Mosel.

Zusammen mit dem aus dem vierzehnten Jahrhundert stammenden “Krantor“ in Danzig gehört der “Alte Krahnen” zu den ältesten Hebe-Einrichtungen im früheren deutschsprachigen Raum Europas.

Historiker vermuten, daß in Trier bereits in der zweiten Hälfte des vierzehnten Jahrhunderts ein Kran eingesetzt wurde, um die “Römerbrücke” über die Mosel auszubessern – allerdings von einem Schiff aus. Weil Belege dafür fehlen, muss es bei dieser Vermutung bleiben. Erst für 1404 existieren Nachweise für den Bau eines Schwimmkrans, der im Anschluss an die Fertigstellung verpachtet und um 1406 herum noch einmal ausgebessert wurde.

Nur wenige Jahre später – 1413 – wurde dem Pächter des Schiffskrans (einem Moselschiffer) vom Trierer Erzbischofs Werner von Falkenstein die Erlaubnis erteilt, einen Landkran zu errichten. Dieser war vor der “Johannispforte” genannten Stadtpforte zu bauen und gegen Eis und Hochwasser zu sichern. Ob dabei auch Stein als Werkstoff vorgeschrieben war, ist heute unklar.

Durch den Landkran war man nun vom ständig wechselnden Pegelstand der Mosel, zudem war er dank seiner Bauweise in Stein deutlich robuster als so manch anderer Kran am Fluss, was Trier einen deutlichen Vorteil gegenüber anderen Handelsorten am Fluss verschaffte.

Mitte des fünfzehnten Jahrhunderts verstarb der letzte Nachkomme der Eignerfamilie, so daß der Kran in den Besitz der Stadt überging.   Mitte des sechszehten Jahrhunderts wurde der Kran wahrscheinlich im Zuge einer Erweiterung der Johannisstraße versetzt, und im Verlauf des siebzehnten Jahrhunderts mehrmals kleineren Umbauten unterzogen.   Auch heute noch ist der “Alte Krahnen” voll funktionsfähig – allerdings steht er dank Aufschüttungen des Moselufers mittlerweile zu weit vom Wasser weg, als dass er noch einen Nutzwert hätte.

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