Altenwerder Kirche St. Gertrud

Zusammen mit dem nicht mehr für Bestattungen genutzten Friedhof ist die evangelisch-lutherische Kirche St. Gertrud das letzte, was von Altenwerder noch übrig ist. Der Rest des ehemaligen Fischerdorfs ist durch da vollautomatische Containerterminal Altenwerder sowie ein angrenzendes Gewerbegebiet ersetzt worden, in dessen Mitte die Kirche samt Friedhof nun liegen.

Es existieren Dokumente, aus denen hervorgeht, dass Altenwerder bereits im Jahre 1436 eine eigene Kirche hatte. 1569 und 1769 erfolgten Neubauten. Nach einer schweren Sturmflut 1825 musste abermals eine neue Kirche her, und die heutige Kirche St. Gertrud wurde von 1830 bis 1831 als Emporensaal im klassizistischen Stil mit hohen Rundbogenfenstern errichtet.

Vorerst besaß das Gebäude keinen Glockenturm, sondern die Glocken wurden – damals nicht unüblich – in einem hölzernen Glockenstuhl vor der Kirche untergebracht.
Der im neugotischen Stil gehaltene Turm mit seiner noch heute funktionierenden mechanischen Uhr wurde erst 1895 nach Plänen der Architekten Ohnsorg und Facklam errichtet. Seine Höhe von 62 Metern stellte dabei sicher, dass er auch vom ehemals zu Altenwerder gehörenden Neuhof (heute zu Wilhelmsburg gehörig) auf der anderen Seite des Köhlbrands aus gesehen werden konnte.

Ende des Zweiten Weltkriegs trug auch die Kirche St. Gertrud Schäden durch einen Bombenabwuf davon. Man geht davon aus, dass sie aufgrund der Nähe zu den Hafenanlagen nur versehentlich getroffen wurde.
Als eine der ersten Kirchen südlich der Elbe konnte St. Gertrud jedoch bereits 1948 wieder eingeweiht werden.

Die grosse Sturmflut von 1962 überstand das Bauwerk nahezu unbeschadet; die Orgel allerdings fiel 1964 einem Schwelbrand zum Opfer.

Viel schwerer traf die Kirche das Hamburger Hafenerweiterungsgesetzt von 1961.
Im Zuge dessen Umsetzung wurden in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts die fast 1.960 Häuser und Grundstücke Altenwerders – auch der Kirche – durch die Stadt aufgekauft. Die Menschen wurden umgesiedelt und das Gemeindegebiet lag brach, bis man 1997 mit den Aufspülungsarbeiten zum Bau des Containerterminal Altenwerder begann, das 2003 schliesslich in Betrieb ging.

Der Friedhof St. Getruds lässt sich zwar in Dokumenten bis in die Zeit um ungefähr 1600 zurückverfolgen; die ältesten heute noch erhaltene Gräber stammen allerdings aus dem 19. Jahrhundert.
Das wohl beeindruckendste seiner vielen Grabmale, die allesamt den Charakter Altenwerders als Bauern- und Fischerdorf zeigen, steht in Gestalt einer Eingelsplastik auf einem Steinsockel auf der Nordseite der Kirche.

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