Heute keine Rechnungen!

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Unser Briefkasten wird heute leer bleiben.
So jedenfalls kündigt es der Nachrichtenmann aus dem Radio für unter Anderem unseren Postleitzahlenbereich an.

Hintergrund ist eine Betriebsversammlung, zu der die Gewerkschaft ver.di circa 4.000 Mitarbeiter der Post nach Rendsburg eingeladen hat und auf der es um die Zukunft von hunderten von Arbeitsplätzen gehen soll.

Auslöser dafür sind aktuelle Umfragen der Post unter einigen Kunden, ob es nicht reichen würde, nur drei Mal in der Woche Briefe und Pakete zu erhalten – was bei der Gewerkschaft naturgemäß Befürchtungen verursacht, dass bis zu 1.000 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz bei der Post verlieren könnten.

Nun, eine solche Angst ist in meinen Augen nur verständlich. So hätte auch ich ein ungutes Gefühl, wenn mein Arbeitgeber unsere Kunden fragte, ob eine Erreichbarkeit an nur noch jedem zweiten Tag nicht genug wäre.

Andererseits sehe ich auch die immer weiter stark anwachsende Zahl von Paketen (Amazon, eBay, Zalando und anderen Online Shops sei Dank), die von der Post und ihren Wettbewerbern zuzustellen sind. Ohne mich weiter mit der Materie beschäftigt zu haben, stellt sich daher die Frage, ob „Zustellung nur noch dreimal in der Woche“ auch automatisch heißen muss, dass die Zusteller an den anderen drei Tagen der Woche nichts zu tun haben?

Ich könnte mir eher vorstellen, dass man bei der Post die Kräfte bündeln will und muss, weil die verfügbare Zeit im Gegensatz zur anfallenden Arbeit nun einmal nicht mehr wird, während der Unmut bei vielen – sich alleine auf der Welt wähnenden – Warenempfängern über Zustellungen erst am frühen Abend wächst.

Das Thema ist sicherlich interessant, und es bleibt spannend, wie sich die Situation entwickelt.

Festzuhalten dürfte bereits jetzt sein, dass die zustellenden Damen und Herren von der Post (und ihren Wettbewerbern) keinen Traumjob haben.

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Eine Antwort auf Heute keine Rechnungen!

  • bei dem gegenwärtigen Anstieg der Zustellungen von Werbung und Bestellsendungen kann ich mir kaum vorstellen, dass man personell abbaut, aber im Raum steht immer die Frage, ob man nicht auslagert … aber ob Gewerkschaften, in Zeiten wie diesen, immer auf Augenhöhe mit der Realität sind, wage ich zu bezweifeln

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