Fünfundzwanzig Jahre

Nach dem Abitur in 1993 musste ich erst einmal zur Bundeswehr, wo man dann aber bei der Antrittsuntersuchung doch noch meine Untauglichkeit feststellte und mich wieder in die Freiheit entliess.

Natürlich waren alle Ausbildungen bereits angefangen, und ich hatte ja auch keine Bewerbungen geschrieben.

Also verbrachte ich ein gutes Jahr als ungelernte Hilfskraft in einem Sonderpostenmarkt hier im Dorf, bei dem ich auch zur Schulzeit bereits als Aushilfe gearbeitet habe.

Schönen Dank auch, Bundeswehr, für ein verschwendetes Jahr.

Am 1. August 1994 begann ich meine Ausbildung zum Kaufmann im Groß- und Außenhandel bei der Firma „H.E. Arens“, die seinerzeit über die Stadtgrenzen Pinnebergs hinaus als „Eisen-Arens“ bekannt war und sich während meiner Ausbildung und danach immer mehr zum reinen Haustechnik-Großhandel entwickelt hat.

Ich habe in dem Unternehmen zwei Übernahmen überlebt und auch ein wenig stolz darauf, dass ich vorgestern mein fünfundzwanzigjähriges Firmenjubiläum hatte – so ganz selbstverständlich ist diese – gegenseitige! – Treue heutzutage ja nicht mehr.

Von den Menschen, die damals zusammen mit mir die Ausbildung begonnen haben, arbeite nur noch ich in der Firma. Die anderen haben alle mindestens ein Mal den Arbeitgeber gewechselt.

Viele der nach mir gekommenen Azubis sogar schon zwei- oder drei Mal.

Schade eigentlich, dass Treue dem Arbeitgeber gegenüber – und Treue des Arbeitgebers dem Arbeitnehmer – heute so eine Rarität ist.

Und den Blumenstrauß vom Chef bewacht jetzt meine Mum für mich.
:-)

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3 Antworten auf Fünfundzwanzig Jahre

  • Ich gratuliere recht herzlich zum Jubiläum und das ist wirklich nicht mehr so relevant, wie früher.
    Bei meinem ersten Arbeitgeber habe ich 19 Jahre geschafft, dann ging das damals größte Unternehmen Österreichs mit 20.000 Arbeitnehmern in die Insolvenz. Der nächste Arbeitgeber verkaufte sein Geschäft nach 12 Jahren Zugehörigkeit und der neue Besitzer hatte seinen Buchhalter und benötigte mich nicht. Als ich vor drei Jahren nach fast neun Jahren bei meinem letzten Arbeitgeber in Rente ging, war ich der Erste, der das geschafft hatte. Die Fluktuation im Unternehmen lag bei unter drei Jahren, weil die Anforderungen an das Personal so hoch lag. Da habe ich mich oft gefragt, ob wir „Alten“ besser mit Belastung umgehen können, ohne gleich das Handtuch zu werfen?

    • Ich bin mir nicht sicher. Vielleicht fahren am Ende jene besser, die kein Sitzfleisch haben und gehen, wenn ihnen etwas nicht passt?

      Ich werde es nicht herausfinden.

      • Wir woll(t)en es wohl auch nicht herausfinden, und mit „hätte“ und „wäre“ kann man nichts Bestimmtes erreichen …

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