Die Wahrheit hinter dem Meckern

.

Es ist ja nicht so, dass nur Geld weggenommen wird. Das ist auch […] Framing: Wir sprechen immer von Belastungen, Steuerlast, sozialer Last – am Ende ist es aber ein Beitrag zu unserer Gesellschaft, und ohne das funktioniert die Gesellschaft auch nicht. Wir tun immer so, als ob Steuern immer nur „etwas wegnehmen“ ist.

(Alexander Jorde, Auszubildender in der Gesundheits- und Krankenpflege)

.

Aufgeschnappt, als ich auf Youtube eine frische Folge der Talksendung „Markus Lanz“ geschaut habe, weil dort zwei Vertreter der deutschen Football-Prominenz zu Gast gewesen sind.

Und der junge Mann hat doch eigentlich recht damit. Wir sollten vielleicht aufhören, uns über Steuern zu beschweren und stattdessen ruhig stolz darauf sein,  dass wir Teil von etwas Großem sind.

.

2 Antworten auf Die Wahrheit hinter dem Meckern

  • Das Problem liegt aber wohl darin, dass gerade die Neulinge im Steuergefüge mit Werten, wie Solidarität, Allgemeinheit usw. nichts am Hut haben. Ich erinnere mich noch genau an meine ersten Besuche im (damals noch geteilten) Deutschland und da war irgendwie jeder des Lobes voll über sein Land und wir Ösis jammerten, dass es uns nicht so gut ging. Und bei unseren Verwandten und Freunden wurden überall „Care-Pakete“ für die Verwandtschaft im Osten gestrickt, denen es ja so schlecht ging. Und dann kam das, was man als Wende bezeichnet und das war nicht nur politisch signifikant. Ab dem Moment, wo bei euch der „Solidarzuschlag“ eingeführt wurde, war jeder nur mehr am Meckern und Schimpfen und keine Spur von Solidarität mit Dunkeldeutschland war mehr zu finden und die Ossis jammerten, dass es ihnen früher besser ging, denn sie hatten nicht viel, aber sie hatten. Und Denken mussten sie auch lernen …
    Das war der Zeitpunkt, wo mir Vieles in Deutschland plötzlich nicht mehr so großartig erschien. Und die Zusammenführung zweier Völker, die eigentlich Eins sein sollten, hat einen deutlichen Bruch in der Sympathie auf jeder Seite gebracht. Und wenn wir jetzt auch noch an den ungewollten (aber notwendigen) Zuzug von Menschen aus dem Ausland denken, dann brechen soziale Werte plötzlich Gräben auf. Da spielt die soziale Unzufriedenheit plötzlich ihre dunkelbraune Gefährlichkeit aus. Und da nützt auch kein mahnendes Wort, solange der Neid die Oberhand behält.

    • Das ist wahrscheinlich einfach das „NIMBY-Prinzip“ – „not in my backyard.

      Soziales Netz und so und Allgemeinheit ist toll … aber nur, bis man selber dafür bezahlen und/oder sich nach Vorschriften richten muss. Das scheint in unser immer ellbogiger werdenden Gesellschaft täglich größer geschrieben zu werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.