Die Einsamkeit des Einigermaßenfachmanns

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NFL: Alabama ist College-Meister

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So schlagzeilte in der Woche der Teletext der ARD.

Und wobei wahrscheinlich viele Leser und ganz ganz sicher besonders der verantwortliche Schreiberling sich nichts bei gedacht haben, lässt den Football-Kenner (und Pedanten, das will ich ja gerne zugeben) dann wieder zusammensacken.

Ich habe lange überlegt, um ein Beispiel aus unserem Sprachraum zu finden, das den Fehler hier einigermaßen verdeutlichen würden, und habe mir außer

Champions League: FC Bayern wird Deutscher Meister

nichts ausdenken können, was „dichter“ am Fehler liegt – wobei auch das natürlich nicht sehr gut trifft, aber es gibt einfach hierzulande keinen Vergleich für das Verhältnis zwischen College-Football und NFL.

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Ins ungefähr gleiche Horn stieß dann einen Tag später eines meiner Lieblingsmoderationsfeindbilder, als es im Radio davon sprach, Pink würde beim – ich zitiere: „Super Bowl-Finale“ – die Hymne singen.

Soso. Sie singt also beim Final-Finale.

*seufz*

Man hat es eben schwer als „Insider“ und Pedant.

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4 Antworten auf Die Einsamkeit des Einigermaßenfachmanns

  • aber du musst schon zugeben, dass du dich mit deinen Aussagen als Fachkommentator einer Randsportart beweist, von der die meisten Schreiberlinge von Randnotizen nicht den Funken einer Ahnung haben? Die Alternative wäre, keine Meldungen zu verfassen, wenn man nicht weiss, was man tut … doch dann hätte das unselige Gequatsche in Radio und TV ein Ende und die Morgenzeitung wäre nur ein zweiseitiges Flugblatt … kaum vorstellbar *g*
    Servus, Wolfgang

    • Tja … einerseits sollten wir uns vielleicht auch einfach nur freuen, wenn und dass über unseren Lieblingssport berichtet wird.

      Andererseits aber ist die Vorstellung des von Dir erwähnten zweiseitigen Flugblatts mit nur den wichtigsten Nachrichten auch ziemlich verlockend.

      Ich glaube nämlich, dass Kabarettisten wie Dieter Nuhr recht damit haben, wenn sie erzählen, dass es manchmal auch einfach ein „zu viel“ an Nachrichten gibt, die uns die Welt damit schlimmer verkaufen wollen als sie tatsächlich ist.

      Grusels,

      Marco

      • Ich bin da ganz bei Dieter Nuhr, denn wenn ich zwei Wochen am Schiff bin und das völlig ohne Medienberieselung, dann tangiert mich der ganze Allerweltsquatsch auch nicht. Die Welt geht auch ohne mich unter und Familie und Co erreichen mich einmal täglich in irgendeiner Marina, falls es dort Handyempfang gibt. Es lebt sich doch deutlich besser, wenn man Mord- und Totschlag einfach hinter sich lässt. Das Leben war früher nicht freundlicher, man wusste nur einfach nicht von jedem Scheiß und lebte vor allem im ländlichen Bereich friedlicher und zufriedener. Wir machen uns mit der ganzen Medienkultur unsere Gehirnwelten selbst kaputt …
        Servus, Wolfgang

        • Im Gegenteil: Ich glaube sogar, dass die Welt ganz nüchtern gesehen heute sogar besser ist als früher.

          Die Medien geben sich nur alle Mühe, uns möglichst über jedes übergelaufene Glas Wasser, jeden umgekippten Salzstreuer und jeden ausgefallenen Kühlschrank zu informieren – möglichst per „Push-Mitteilung“ der einen oder anderen Nachrichten-App auf dem Smartphone.

          Und selbst, wenn es wirklich etwas vergleichsweise Wichtiges ist, so passiert es doch oft so weit von mir weg, dass es mich eigentlich nicht interessiert.
          Man nenne mich meinetwegen kaltherzig, aber ich kannte niemanden der vielen Inder persönlich, die wieder mit einem Bus in irgendeine Schlucht gestürzt sind. Und das von einer Schlammlawine verschütterte Dorf in Südamerika … ja, das nimmt man halt zur Kenntnis, isst dann aber seine Wurststulle weiter und hofft, dass es nach der Tagesschau bitte keinen Brennpunkt dazu geben möge …

          Grusels,

          Marco

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