Dashcam-Video als Beweismittel zulässig

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Der Bundesgerichtshof hat heute morgen entschieden, dass mit einer sogenannten „Dashcam“ angefertigte Video-Aufnahmen als Beweismittel vor Gericht zulässig sind (siehe > hier < auf der Website der Tagesschau).

Einerseits ist das eine tolle Nachricht, andererseits aber fasst man sich ja – wie so oft in juristischen Angelegenheiten – dabei mit der Hand an den Kopf und fragt sich, weshalb erst der Bundesgerichtshof bemüht werden muss, um eine Sache zu entscheiden, die bereits mit gesundem Menschenverstand geklärt sein sollte.

Und dann denkt man an seine Erlebnisse mit Menschen und erkennt, dass dann sehr wohl die Entscheidung durch den Bundesgerichtshof erforderlich gewesen ist …

Jedenfalls ist das eine gute Entscheidung.

Obwohl ich dann wohl nach Anschaffung einer solchen Dashcam pro Tag zwei Tage Urlaub bräuchte, um die ganzen Anzeigen schreiben zu können …

;-)

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4 Antworten auf Dashcam-Video als Beweismittel zulässig

  • wenn man den Artikel genau gelesen hat, dann muss man aber schon klarstellen, dass das permanente Filmen während der Fahrt grundsätzlich verboten ist und auch ich hätte was dagegen, wenn während stundenlanger Autobahnfahrt der Typ hinter mir mich ständig auf dem Kieker hat, denn es könnte ja was passieren …
    Man könnte jetzt natürlich auf der einen Seite eine Aufnahme zur Beweisführung verwenden, gleichzeitig bekäme man aber eine Strafe für eine Verwaltungsübertretung wegen Verwendung eines unzulässigen Hilfsmittels, sowie eine Strafe wegen Verletzung der Bildrechte an den gefilmten Personen und zwar für jeden einzelnen Insassen des gefilmten Fahrzeugs.
    Es erhebt sich also die Frage, was den Benützer der Kamera billiger kommt? Im Falle einer grob fahrlässigen Tötung mag das unerheblich sein, im Falle einer bei Rot überfahrenen Ampel sieht das wieder anders aus …

    • Hm.

      Das ist natürlich nicht von der Hand zu weisen.

      Ich denke an den Bericht eines Web-Bekannten, dessen alleine im Auto befindlichen Sohn sich jemand so knapp vor das Auto geschmissen hat, dass er nicht mehr bremsen konnte … und dann von ihm Geld erpressen wollte.

      Da wäre man mit der Dashcam schon fein ‚raus gewesen … und hätte gleichzeitig wieder gegen geltendes Recht verstoßen.

      Die spinnen, die Römer …

      • Gestern wurde das Urteil ja präzisiert. Du darsft also filmen, allerdings darf man das Gefilmte nicht speichern d.h. die Aufnahmen laufen in einer Endlosschleife, so dass im Regelfall nicht mehr als die letzten zwei Minuten im Kameraspeicher enthalten sind und diese dürfen zu Beweiszwecken verwendet werden. Aber wer seine Kamera so eingestellt hat, dass sie die ganze Urlaubsfahrt aufzeichnet, der wird im Anlassfall dann kräftig zur Kasse gebeten, denn solche Verwaltungsverstöße können (hierzulande) mit bis zu 3000 Euronen kosten … das wird wohl bei euch nicht viel anders sein.

        • Ich habe mich mit Dashcams bislang noch nicht eingehender beschäftigt – hatte diese sich selbst überspielende „Endlosschleife“ allerdings ohne größeres Grübeln als Grundprinzip vorausgesetzt, und im Sinne der richterlichen Entscheidung würde das so ja auch Sinn machen.

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