Darf Bildung nichts kosten?

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„Bildung darf nichts kosten!“, schreit mir derzeit auf dem täglichen Weg zur Arbeit ein Wahlplakat entgegen.

Ach wirklich?
Ich halte diese Aussage für grundfalsch – jedenfalls in genau dieser Formulierung.

Bildung sollte für alle Menschen erschwinglich sein, unabhängig von Herkunft, Abstammung und finanzieller Situation.

Aber Bildung sollte sehr wohl etwas kosten.
Möglichst viel sogar – jedenfalls, solange der Gegenwert stimmt.

Der ehemalige US-Präsident John F. Kennedy wird neben „Ich bin ein Berliner“ sehr gerne zitiert mit  „Es gibt nur eins, was auf Dauer teuer ist als Bildung: Keine Bildung“.
Ich glaube, dass es Aufgabe des Staates ist, jedem Mitmenschen die bestmögliche Bildung zu ermöglichen – nicht aber, die Kosten für Bildung gering zu halten.

Jeder Cent, den der Staat jetzt nicht für die Bildung aufzubringen bereit ist, wird sich in einigen Jahren in mehrere Euros verwandeln, die für die Versorgung der schlecht oder nicht ausgebildeten Menschen aufgewendet werden muss.

Fairerweise muss ich einräumen, dass die mit besagtem Wahlplakat für sich und ihre Sache werbende Partei sicherlich genau das sagen will, was ich in meinem dritten Absatz fordere.
Es ist halt nach meinem Dafürhalten einfach nur dumm formuliert, und spätestens als im Bildungssektor tätiger Mensch würde ich mir mein Kreuz auf dem Wahlzettel denn doch gründlich überlegen.

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2 Antworten auf Darf Bildung nichts kosten?

  • Ich bin schon bei dir, wenn du Bildung einforderst und im Zweifelsfall die Kosten auf uns alle abwälzt, wenn die Kommune sie zahlen soll.
    Was mir aber ganz gewaltig gegen den Strich geht, ist die Tatsache, dass man heute jedem Volldeppen ermöglichen will, 15 Jahre die Schulbank zu drücken, weil es ohnehin keine Arbeit für ihn gibt. Es ist nicht jeder Kevin und jede Jaqueline ein notorischer Geistesblitz und auch wenn die Eltern ihr Kind für das Schönste und/oder Beste halten, muss irgendwann mal klar werden, dass unser Land auch Arbeiter, Handwerker, Lohndiener etc. benötigt. Auch wenn wir ja jede Menge Zugewanderte aus allen Herren Ländern haben, die nun die Dreckarbeit machen sollen, bleibt es einfach nicht aus, dass auch wir einen dualen Bildungsweg benötigen, der auch unseren Minderbegabten eine Zukunft zeigen kann.
    Und auf der anderen Seite sehe ich nicht ein, dass jeder Halbgebildete auf die Universität drängt, weil er vielleicht nur zu faul ist, sein Geld mit ehrlicher Arbeit zu verdienen. Universität ja, aber der Student soll dafür bezahlen und wer es sich nicht leisten kann, bekommt (solange er erfolgreich studiert) die Kosten von der Kommune vorgeschossen und hat diese, wenn er dann mal ordentlich verdient, zurückzuzahlen.
    Bildung ist ein Grundrecht!!! Aber nicht jeder muss davon Gebrauch machen, wenn er nicht das geistige Kapital hat …

    • Oh, klipp und klar: Zu guter Bildung gehört für mich ohne Frage, dass diese auch entsprechend den Fähigkeiten des zu bildenden Mitmenschen vorgenommen wird.
      Es muss dafür gesorgt sein, dass fähige Menschen (nur … woher nehmen?) die Auszubildenden (dieses Wort bitte entfesselt von der Berufsausbildung verstehen) beurteilen und – im Falle der Schulausbildung – deren Entscheidung auch von den Eltern akzeptiert wird.

      Es gibt noch unglaublich viel an unserem Schul- und Ausbildungsystem zu tun.

      Grusels,

      Marco

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